Vorbereitungen

Noch drei Wochen…DREI WOCHEN!!!!! bis zur Ausreise. Also grundlegend geht alles klar, die Organisation läuft wunderbar, alles ist im Zeitplan und alle Dokumente sind soweit abgegeben.

Aber manchmal werde ich einfach ultra nervös. Ein Jahr lang alles hinter mir zu lassen ist schon ordentlich.

Jetzt ist die Frage, was hilft dabei? Zuallererst: Darüber schreiben! Also zum Beispiel hier im Blog, aber auch etwas privater. Wenn irgendwer, der das hier sieht, ungewissen Zeiten bevorsteht, kann ich meiner persönlichen Erfahrung nach nur empfehlen, das in irgendeiner Form auszudrücken.

Doch eines hat mir alles noch deutlich mehr erleichtert: das Vorbereitungsseminar von AFS. Fünf Tage lang war ich mit 35 anderen angehenden Freiwilligen in einer Jugendherberge und habe, angeleitet von ehemaligen Außendienstlern, mehr über mögliche Konfliktpotenziale, zugrundeliegende Dynamiken im interkulturellen Austausch und sensible Konversationsführung erfahren und mit den Anderen sehr angeregt darüber diskutiert. Das klingt jetzt erstmal richtig öde, aber natürlich ist noch viel mehr passiert; wir haben uns gegenseitig kennengelert, haben unsere Freizeit miteinander verbracht, uns gegenseitig Denkanstöße gegeben und versucht allgemeine Ängste zu entkräften. Die gesamte Gruppe ist sehr schnell zusammengewachsen und ich habe das Gefühl, dass alle zum Einen sehr viele wertvolle Ideen mit nach Hause genommen haben und zum Anderen eine wirklich fabulöse Zeit hatten. Und jetzt das Beste: Es geht in die zweite Runde! Morgen setzt ich mich in den Zug für erneute fünf Tage bestehend aus intensiven Gruppen- und Einzelgesprächen, überdurchschnittlichem Jugendherbergsessen und viel zu kurzen Nächten.

Ich freue mich gigantisch darauf!
Um euch auch ein wenig an der Erfahrung teilhaben zu lassen, hier ein paar Fragen, mit denen wir uns (direkt oder indirekt) auseinandergesetzt haben und die, denke ich, einen positiven Einfluss auf das zwischenmenschliche Zusammenleben hätten, wären sie präsenter:

  • Ich sehe viele kulturelle Unterschiede. Wo liegen Gemeinsamkeiten zwischen meiner Kultur und einer anderen, welche mir bisher nur fremd vorgekommen ist?
  • Wie sehr reduziere ich neue Gesichter auf erste Eindrücke? Bin ich vielleicht unterschwellig von diskriminierenden Mustern geprägt? – Wie kann ich persönlich dagegen vorgehen, dass ich mein Gegenüber, nach dem ersten, flüchtigen Augenmaß, negativ bewerte?
  • Welche von den Thematiken, die ich bisher als unnötig/hysterisch eingestuft habe, könnten vielleicht einen zweiten Gedanken vertragen? Muss ich meine Prioritäten überdenken?
  • In welchen Gruppen und Kulturen bewege ich mich und wie beeinflussen diese meine Sichtweise? – Fühle ich mich wohl in dieser Gruppe und mit dieser Sichtweise?

So, genug Moralapostel gespielt. Ich wünsche euch allen noch einen wunderschönen Tag!

Veröffentlicht von julian

Hi, I'm Julian (18yo) from Germany and currently staying in Kenya for a year.

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