Habari! Es ist Donnerstag morgen, ich wurde unverschämt früh von Hähnen geweckt; ganz ehrlich, wer erlaubt dehnen, Viertel vor sechs zu Krähen? Da ist es noch nicht mal hell! Aber jetzt hab ich wenigsten eine optimale Gelegenheit, einen neuen Eintrag zu schreiben.

Was war die letzten Tage bei mir so los?

Am Samstag morgen war Wäsche waschen angesagt, danach ein Trip in die Stadt zusammen mit den anderen Freiwilligen. Wir haben versucht, eine Hose beim Schneider abzuholen und sind kläglich gescheitert. Er war immer entweder nicht zu Hause, oder wir haben den Laden nicht gefunden (die Straßen sehen in einem Teil von Taveta Town aber auch alle gleich aus). Dann haben wir noch viel zu viel Zeit in einem Copyshop vertrödelt, da wir noch ein paar Formulare auszufüllen hatten. Gegen Nachmittag sind wir zu mir nach Hause, haben Karten gespielt und uns gegen Abend aufgemacht zum Haus unseres Koordinators, wo wir arbeitsteilig Spagetti gekocht haben. Während es dunkel wurde brachten wir unserem Gastgeber bei einem tanzanianischem Kaltgetränk noch Schnauz/31/Schwimmen bei.

Am Sonntag Morgen ging es mit der gleichen Truppe in die Kirche. Der Gottesdienst auf Kiswahili war schon eine Herausforderung. Nach der zweieinhalb stündigen zweifelhaften Freude warfen wir ein spätes Frühstück/frühes Mittagessen ein und fuhren dann mit zwei Boda-Bodas (Motorrad-Taxen) zum nahegelegenen Lake Chala, ein unglaublich blauer Kratersee auf der Grenze zu Tanzania. Wir haben uns nen schönen Nachmittag gemacht, sind geschwommen, haben Musik gehört und mehr Karten gespielt.

Lake Chala

Am Montag ging’s dann los: Physical Education und Creative Arts. Zum Glück nur zwei Stunden am ersten richtigen Arbeitstag, da die achte Klasse sich auf ihre Final Exams vorbereiten muss, und dadurch die pillepalle Fächer wegfallen. Der Unterricht ist gelinde gesagt interessant. Ich hab schon ein paar mal unruhige Klassen beaufsichtigt, aber hier kommt es auf ein neues Level, denn:

  • die Klassen waren nur halb so groß,
  • die Schüler*innen haben einigermaßen gut Deutsch gesprochen,
  • wir haben verdammt nochmal wenig Material,
  • ich musste ihnen nichts beibringen, sondern sie nur betreuen.

Im Sportunterricht wäre es ihnen am liebsten, ich würde einfach nur zwei Teams einteilen, denn Ball aufs Feld werfen und mich für den Rest der Stunde verdrücken. In Creative Arts muss ich kreativer werden, als die ganze Klasse zusammen, um mir eine Idee für die Stunde auszudenken und die dann auch noch zu erklären.

Mit mehr oder minder großem Erfolg habe ich die letzten drei Tage den Unterricht dann doch hinbekommen, aber gestern haben sich verdammt starke Kopfschmerzen bei mir angekündigt, die mich leider auch heute morgen begrüßt haben. Ich hab mal das Anti-Malaria Mittel genommen und zieh das durch, somit ich, falls ich Malaria habe, wieder gesund werde, falls nicht, dann hilft es zwar nicht, ich hab dann aber auch kein Malaria, was für mich ein Pluspunkt ist.

Heute fängt mein Schultag erst spät an, also kann ich gucken, wie es mir so geht und ob ich es vertrage, hinzugehen.

Das Kiswahili lernen läuft ganz gut, ich kann etwas holprig Essen bestellen, sagen, wohin ich gehen möchte und ob ich etwas brauche. Nur das verstehen von Leuten die mit mir reden ist so verdammt schwer. Es wird so schnell geredet!!!!!!

Das wär’s mal wieder von mir, abgesehen von Kopfschmerzen und selbstauferlegter Überanstrengung geht’s mir exzellent.

Kwa heri!

PS: Hier noch ein Bild von dem Hund meiner Gastfamilie:

Tina am Morgen

Veröffentlicht von julian

Hi, I'm Julian (18yo) from Germany and currently staying in Kenya for a year.

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