Und schon wieder ist eine halbe Schulwoche rum, die Zeit verfliegt jetzt schon. Kaum zu fassen, dass wir schon drei Wochen lang in einem anderen Land leben.
Heute möchte ich ein wenig über mein Projekt, die St. Patrick Kimala Primary School erzählen.
Die Schule liegt in einem sehr staubigen Teil von Taveta, Kimala genannt, und ist umringt von einer mutigen Ansammlung Hüttchen, die wirklich in keinem Universum die Bezeichnung „Dorf“ verdient hätte. Das Gelände der Schule besteht aus drei großen Haupthäusern, eines für die Klassen 1-4, eines für 5-8 und das letzte enthält die Schulbibliothek und zwei extra Räume, die zusammen mit dem Lehrerzimmer ein Viereck bilden. Der so entstandene Hof wird von mit weißen Steinen markierten Wegen durchzogen und beherbergt nebst der kenianischen Flagge und Wasserquelle viele von der Schule selbst gepflanzte Bäume, manche mit lateinischer und kolloquialer Beschriftung.
Insgesamt lernen und leiden hier rund 280 Schüler*innen und die Verantwortlichen für diese Ambivalenz messen 11 an der Zahl. Vierzig Schüler*innen pro Klasse, das geht echt klar.
Im Moment unterrichte ich Physical Education (Sport) und Creative Arts (alles, was dir gerade so einfällt) und so langsam habe ich einen Arbeitsrhythmus und Pensum drauf, dass mich weder umbringt und mich den Unterricht gleichzeitig gemäß gewissen Standards gestalten lässt. Ich beharre nicht mehr darauf, jeden Unmotivierten mitmachen zu lassen, erlaube ein absolut unorganisiertes Fußballspiel am Ende der Stunde und probiere mir nicht unbedingt für jede Stunde eine krasse neue Methode auszudenken. So muss sich so ziemlich jeder Referendar nach einigen Wochen fühlen.
Ich fange jetzt auch an, Deutschunterricht zu geben, dazu sei gesagt, dass nicht auf so atemberaubende Thematiken wie die deutsche Grammatik eingegangen wird, sondern ich den andern Lernenden und Lehrenden im Moment ein paar Floskeln beibringe, sie ermögliche, über’s Wetter zu reden und so weiter. Wenn es einige sehr interessierte und zähe Brocken durchhalten, dann hab ich voll Bock, ein bisschen Linguistik mit einfließen zu lassen.
Zudem werde ich jetzt der Bibliothekar der Schule, ich habe also die Möglichkeit ein wenig umzugestalten und bekomme meinen eigenen Arbeitsraum. Und in naher Zukunft möchte ich damit beginnen, ein ernsthaftes Fußballteam aufzubauen, dass nicht nur johlend dem Ball hinterherjagt und Freund wie Feind foult bis die Schienenbeinn brechen (nein, das ist noch nicht vorgekommen). Und damit mache ich dann die Schulen der anderen Freiwilligen in unserem eigenen Turnier platt!
Soviel zu mir, seid eingeladen, Fragen zu stellen und euch auszutauschen.