Wow, jetzt ist man schon fünf Wochen in Taveta. Ich habe eine feste Tagesroutine, komme mit dem grundlegend sehr eintönigen Alltag immer besser zurecht, werde sicherer im Swahili und habe einen festen Ablauf im Projekt. Man könnte also sagen, ich bin so langsam echt angekommen.

Ich habe in den jetzigen Wochen morgens recht viel Zeit, da ich immer erst so um 10/halb elf in der Schule sein muss. Ich wache also auf, gammel noch ein wenig rum, lerne Swahili auf dem Handy und übe Gitarre. Wenn ich Wäsche waschen muss, ist das die perfekte Zeit. Dann trinke ich Tee beim Frühstück; ich würde jetzt sagen mit meiner Gastfamilie, aber meistens ist nur Babu da. Ich habe dem Boda-Boda fahren zur Schule abgeschworen, mit anrufen und auf den Fahrer warten brauche ich zu Fuß genauso lang und ich habe zusätzlich noch die Möglichkeit, einen Freund den ich hier kennengelernt habe und welcher genau auf meinem Arbeitsweg wohnt zu besuchen. Wir schnacken größtenteils über außergewöhnliche englische Worte und er erweitert meinen Wortschatz im Swahili.

In der Schule kümmere ich mich weiterhin um die Maktaba (Bibliothek) und das wird so langsam echt herausfordernd. Gleichzeitig ein System in die Regale zu bringen, Bücher zu reparieren und auch noch die Schüler davon abzuhalten, sich gegenseitig umzubringen, (an Ruhe herstellen ist gar nicht zu denken) bringt Multitasking auf ein neues Level. Nebenbei versuche ich mich als Netzwerktechniker, indem ich mich daran abmühe den Router, den meine Schule vom Ministerium zur Verfügung gestellt bekommen hat, zum Laufen zu kriegen. Momenter Status: klappt nicht.

Katzenmutter und Katzenbabys (das links isst gerade eine Maus)

Nach der Schule treffe ich mich Recht häufig mit Heiner und Julius, kaufe Kleinigkeiten ein oder schreibe eine Kurzgeschichte / ein Gedicht. Bei uns zuhause ist der Fernseher im Moment kaputt, das bedeutet leider nicht, dass jetzt wahnsinnig viel Konversation betrieben wird. Ich komme trotzdem ab und an auf meine Kosten, was tiefgründigere Gespräche angeht, aber grundlegend verkörpert die bloße Tatsache, dass wir, im Gegensatz zu vielen anderen Familien, nicht zusammen und noch nicht einmal alle an einem Tisch essen, wie es in meiner Familie mit gemeinschaftlichen Unterhaltungen aussieht.

Ich bin auf jeden Fall schon mega HYPED!!! auf das Reisen, aber fühle mich auch nicht so als würde ich hier komplett festsitzen und müsste sofort raus. Ist aber schon so, dass Taveta für einen achtzehntjährigen aus einer mittelgroßen Stadt in Deutschland Recht wenig in Sachen Freizeitgestaltung zu bieten hat. Dafür kann man super spazieren gehen, durch die Shambas und, aufgrund der beginnenden Regenzeit, an kleinen Flüssen entlang.

Ein Blick auf eine Shamba an einem sonnigen Tag
Weg entlang eines kleinen Kanals zwischen den Ackern in Taveta

Ach ja: die Kuhtitelbilder sind doch spitze, oder?

Veröffentlicht von julian

Hi, I'm Julian (18yo) from Germany and currently staying in Kenya for a year.

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