Das waren mal drei INTENSIVE Tage. Am Montag, nach einer überraschend kurzen Matatufahrt, sind Jana und ich in Naivasha angekommen.
Naivasha ist sowohl ein See, als auch die direkt daneben gelegene Stadt, ungefähr zwei Stunden westlich von Nairobi.
Unseren ersten Tag haben wir damit verbracht, auf eigene Faust zum See zu finden. Wir haben uns also durch die Straßen geschlagen und kamen an einen Teil des Ufers mit vielen Fischern, ohne feste Bebauung:

Danach haben wir uns um unsere Unterkunft gekümmert und, nachdem Couchsurfer und Airbnb nichts ergeben haben, ein echt günstiges Hotel, wo man trotzdem nicht um sein Gepäck fürchten musste, gefunden (1 Raum/Nacht = 16€, auf zwei Leute aufgeteilt). Für den Abend haben wir uns in den Kopf gesetzt noch ein wenig die Umgebung zu erkunden und haben den Weg zu einem anderen Teil des Ufers eingeschlagen. Auf der Strecke sind wir irgendwie über verlassene Schienen und über einen:

Golfplatz! gelaufen, das war sehr skurril, da wir in keinster Weise damit gerechnet haben.
Am See haben wir einen guten Blick auf einige Pelikane erwischen können.

Für Dienstag hatten wir uns in den Kopf gesetzt, den Hell’s Gate National Park zu besuchen, und das war 1000000% Mal wert. Der Eintrittspreis kann sich als Non-Resident zwar sehen lassen, aber ist im Vergleich zu anderen Nationalparks echt erschwinglich. Der Hell’s Gate ist der einzige Nationalpark, in dem man mit dem Fahrrad fahren darf, also: Rauf auf den Sattel, gezwungenermaßen einen Guide genommen (Teuer, aber auch im Nachhinein jeden Shilling wert).
Ich habe wirklich viele Fotos gemacht, also hier einfach mal einige Impressionen:




Wir haben aus der Entfernung eine Büffelher Herde gesehen, das war unser erster Big Five in freier Wildbahn, abgesehen von der ersten Fahrt nach Taveta. Gab aber leider kein ordentliches Foto.
Und wir standen übrigens auf exakt den Felsen aus dem neuen König der Löwen Film (Siehe Titelbild dieses Eintrags).
Nach ca. vier Stunden im Park und 16km Fahrt haben wir festgestellt, dass wir noch den halben Tag vor uns haben, also haben wir die Fahrräder noch ein wenig mehr strapaziert und sind ungefähr 14km zum Lake Oloiden gefahren, einem kleinen See, westlich von Lake Naivasha. Die Sicht über den See und das Panorama auf der Fahrt war einfach nur großartig.
Nachdem wir die Fahrräder abgegeben und eine mäßig bequeme Matatufahrt überlebt hatten, haben wir es gerade noch geschafft, zu Abend zu essen, ein wenig Notizen zum Tag zu schreiben und sind dann erschöpft ins Bett gefallen.
Mittwoch war zwar anders, jedoch nicht weniger intensiv. Wir haben früh aus dem Hotel ausgecheckt, um uns auf dem Weg zur nächsten Unterkunft zu machen. Diesmal haben wir es geschafft, Couchsurfer richtig zu benutzen und das war wirklich eine grandiose Erfahrung!
Unsere beiden Hosts, John und Patrick, haben stundenlang mit uns geredet und konnten uns so ziemlich alles rund um Naivasha erklären. John arbeitet als privater Tourguide, hatte also unglaublich viele Geheimtipps und Infos über die Gegend parat und wir sind am Nachmittag auf einen Hügel mit genialer Aussicht spaziert.
Patrick auf der anderen Seite hat jahrelang in einer organisatorischen Rolle in einer Rosenfarm in Nakuru (westlich von Naivasha) gearbeitet und hat uns wahnsinnig viel über die Prozesse dahinter erzählt, aber auch etwas über die Arbeitsbedingungen dort eröffnet. Wie würdet ihr 1,80€ Tageslohn finden?
Warum hat uns das so wahnsinnig interessiert? In diesen Rosenfarmen:

um Naivasha werden 80% aller deutschen Rosen angebaut. Vier von fünf Rosen in deutschen Märkten kommen von genau einem Ort!
Wir haben zusammen gekocht und verdammt gute Musik gehört, Karten gespielt und ein Tusker Lager (Jana einen Cider) probiert. Sagt’s bloß nicht weiter!
Am Donnerstag morgen haben Jana und ich Pancakes gebacken, um uns wenigstens ein kleines bisschen für die gigantische Gastfreundlichkeit zu bedanken, dann hieß es auf Wiedersehen sagen und auf zum nächsten Stopp: Gilgil am See Elementaita/Elmenteita.
Da haben wir uns heute eine pleistozänische Ausgrabungsstätte mit Werkzeugen des Homo Erectus angesehen. Das klingt jetzt leider spannender, als es tatsächlich war, denn der Resident, der uns durch die Gegend geführt hat, war die reinste Schlaftablette und konnte sich die Daten selbst nicht merken. Wir haben trotzdem (Dank ein paar Infotafeln) etwas dazugelernt.
Im Anschluss an diese Semiflaute sind wir an das Ufer des Elementaitas spaziert, welcher berühmt für seine Flamingopopulation ist. Das war wirklich malerisch! Der anbrechende Sonnenuntergang, welcher die Wolken tiefrot erleuchtet, die weite, schimmernde Spiegelfläche des Sees, eingerahmt von sattgrünen Hügeln und in all dem tausende weiß/pinke Vögel, die ab und an in Schwärmen aufsteigen oder landen.

Hab die Bildunterschriften heute mal sein gelassen, ich hoffe, das wird mir nicht verübelt.
Ich verabschiede mich erneut, genauso wie von meinem Datenvolumen, dass ich für die ganzen Bilder weghaue.
Bye Bye!
Wow das waren ja sehr intensive Erlebnisse die letzten Tage!👍aber mal ehrlich wer hätte das mit den Rosen gedacht?
Wie lange bist Du jetzt mit Jana noch unterwegs?
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Vorraussichtlich noch zwei Wochen, die letztere ist allerdings mit allen Freiwilligen zusammen in Nairobi
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Was habt Ihr denn noch für Pläne für die nächsten zwei Wochen? Hatte das mit dem Ring und dem Hotelzimmer funktioniert?
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