Das neue kenianische Schuljahr hat begonnen! Damit ist also auch die Zeit des erst um 10 Uhr zum Projekt gehen, nur in der Bibliothek rumsitzen und die Gospelsongs der anderen Lehrer im Office ertragen wieder zurück, dachte ich.
Ich muss zugeben, dass neue Jahr hat sehr schleppend begonnen. Am Montag war weder der Stundenplan fertig, noch die neu gelieferten Schulbücher gezählt, markiert, gestempelt und eingebunden, geschweige denn, dass alle Lehrer pünktlich sind. Am Montag wusste also noch niemand so wirklich, wohin mit sich, da hat es nicht geholfen, dass meine Kollegen sowieso nicht so die Überflieger sind, wenn es zur Organisation kommt. Und ich dachte, ich wäre nicht gut darin.
Also habe ich mein Bibliotheksregister des letzten Jahres auf eine Excel-Tabelle übertragen und begonnen, bis zur nachmittaglichen Lehrerkonferenz überfällige Bücher einzutreiben.
Der Inhalt dieser Konferenz ist natürlich streng vertraulich.
Ne Spaß! Willkommen im neuen Jahr, die Abschlussprüfungen von 2019 waren grausig, aber fürchtet euch nicht, Gott ist mit uns und wir schaffen das schon. Undwerdetgefälligstmitdemorgakramfertigdamitwiranfangenkönnenzuunterrichten. Und das gestreckt auf 2 1/2 Stunden……Juhuuuuu.
Dienstag morgen war echt amüsant, die Schüler haben Majembe und Mapanga (Hacken und Macheten) mitgebracht und die Wege des Schulhofs von dem in der Regenzeit gewachsenen Grünzeug gereinigt. Meine Aufgabe war ursprünglich, die Kids zu beaufsichtigen, allerdings konnte ich die, die sehr halbherzig bei der Sache waren, eh nicht motivieren, also habe ich mir selbst Werkzeug geschnappt und ran an den Dreck.
Nachdem man wieder schön im Sand und nicht mehr auf Pflanzen gehen konnte, habe ich den restlichen Tag Folien für die Bücher zurechtgeschnitten, bis uns die Folie ausgegangen ist (bis heute kein Nachschub).
Da war Mittwoch schon spannender: Zuerst fleißig Bücher gestempelt und dann auf dem, mittlerweile fertiggestellten, Stundenplan entdeckt, dass ich wieder Unterricht habe. Und zwar nicht zu knapp. Jetzt habe ich mehrere Sport- und Kunststunden, plus Deutschunterricht in der 4. und einen Kurs namens „Life Skills“, wo ich den Kindern erzählen soll, dass sie immer nett und respektvoll, aufmerksam und ordentlich, sowie diszipliniert und eifrig sein sollen. Und nicht in „Boy-Girl-Relationships engage(n)“ sollen. Kein Witz, das wird so unterrichtet.
Die Bibliothek existiert natürlich immer noch, das heißt die Pausen verbringe ich dann da. Mich macht im Moment nichts so glücklich, wie wenn ein Kind zu mir reinkommt und kommentarlos anfängt, das von den Anderen hinterlassene Chaos aufzuräumen. Die Kids sind Helden des Alltags.
Nachmittags falle ich immer erst einmal ins Bett und ruhe mich ein bis zwei Stunden aus.
Euer jetzt schon erschöpfter, aber glücklich beschäftigter Julian.
Von wann bis wann läuft denn das kenianische Schuljahr?
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Von Januar bis Oktober
Der gesamte April und November und Dezember sind Ferien
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