Impropädagogik

Tja, worüber schreibe ich denn jetzt mal wieder? Ich bin wieder vollkommen im Alltag aufgesetzt, das bedeutet jeder Tage gestaltet sich in etwa gleich.

In der Schule habe ich zwischen einer und fünf 35-Minuten Stunden, bringe ab und an meine Gitarre für Musik mit und laufe ansonsten sehr viel mit den Kindern. Dabei ist es so warm, dass ich mir immer ein extra T-Shirt in die Schule mitnehme, da mein Hemd gefühlt schon nach dem Hinweg durchgeschwitzt ist. Wenn ich keinen Unterricht habe, öffne ich, wenn es Sinn ergibt, sprich Kinder da sind, die Bibliothek, ansonsten erledige ich kleinere Aufgaben für meine Kolleg*innen.

Heute habe ich beispielsweise vier Zahlenreihen von 1-50 auf den Boden der 2. Klasse gemalt, da die Klassenräume interaktiver gestaltet werden sollen. Jetzt können die Kids zählend die Linie entlanghüpfen. Heute habe ich zudem ausprobiert, den Kindern an der Bibliothekstafel tägliche Zeichenaufgaben zu stellen. So habe ich heute „Please draw a car“ oben hingeschrieben. Das hat einigen Schüler*innen sehr viel Spaß gemacht.

Manchmal habe ich auch gar nichts zu tun, gestern habe ich dann beispielsweise ein wenig versucht, über Quantenmechanik zu recherchieren, nachdem ich ein Hörbuch namens „Spiegel“ der chinesischen Autorin Cixin Liu gehört hatte, worin durch einen Super-String-Computer ausgehend von der Singularität des Urknalls die gesamte Geschichte unseres Universums berechnet wird, der Protagonist also „in die Vergangenheit und Gegenwart blicken konnte“. Die grundlegende Idee eines zutiefst deterministischen Universums fand ich zutiefst faszinierend, aber noch mehr hat es mich erstaunt, wie wenig ich über Astrophysik weiß. Das wollte ich prompt nachholen, und jetzt habe ich Kopfschmerzen. Na toll.

Der Einsatz des Rohrstocks ist leider nicht zurückgegangen….keine Ahnung, was ich dazu noch sagen soll.

Am Freitag geht es mal wieder auf große Fahrt, erneut nach Nairobi. Bis Montag haben wir das sogenannte Midstay Camp, wo die Freiwilligen, die ein ganzes Jahr hier verbringen, zusammenkommen und einen Zwischeneindruck abgeben und hoffentlich neue Impulse bekommen. Danach bin ich bis Mittwoch in Wundanyi, das ist eine semi große Stadt in Taita, und danach geht es wieder zurück nach Taveta.

Veröffentlicht von julian

Hi, I'm Julian (18yo) from Germany and currently staying in Kenya for a year.

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