Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, der Wochenendsbesuch in die Bananenfarmen. Das war es für den Rest der letzten Arbeitswoche auch mit außergewöhnlichen Aktionen.
Der Schulalltag ging geregelt vonstatten, ich habe in meiner freien Zeit ein paar Bücher gelesen, unter anderem „T Stands for Tree“, ein unglaublich schönes Buch. Nachmittags haben die Kinder aus der ersten Klasse begonnen, zu mir in die Bibliothek zu kommen, damit ich mit ihnen gemeinsam lese. Das hat mir wirklich Spaß gemacht, und auch wenn es auf die Dauer anstrengend wurde, war es die nach schon kurzer Zeit sichtbaren Fortschritte wert.
Ende letzter Woche ist Daniel Toroitich arap Moi, der zweite Präsident Kenias, gestorben. Er hatte mit 24 Jahren die längste Amtszeit seit der Unabhängigkeit. Obwohl er eine wirklich umstrittene Person war und in vielen Aspekten sehr undemokratisch gehandelt hat, zum Beispiel hat er Regierungskritiker des Landes verbannt oder sich Teeplantagen für seinen Privatbesitz unter den Nagel gerissen, wird er jetzt mit einem gigantischen Aufwand gefeiert. Für fünf Tage hingen alle Flaggen vor Regierungsgebäuden auf Halbmast und heute wurde zum öffentlichen Feiertag erklärt.
Sonntag und Montag waren jedoch ein wenig ereignisreicher; ich durfte schon wieder nach Nairobi. Dieses Mal nur für die Visa (das ist wirklich ein Getue) und es wird leider nicht das letzte Mal gewesen sein, aber das war es wert, denn jetzt darf ich nach Tansania reisen. Die Hin- und Rückfahrt war ein absoluter Albtraum; meine Highlights: zwei Stunden warten, bis der gebuchte Bus kommt, die Musik, das Matatu hat einen schwerwiegenden Motorschaden und nach eineinhalb Stunden in der Pampa rumstehen quetschen wir (15 Leute) uns in ein anderes, vorbeifahrendes Matatu. Gesamtzeit Hinfahrt: 11h. Rückfahrt: 13h (Wartezeit mit eingeschlossen).
In Nairobi selbst habe ich mir ein Sakko gekauft über welches ich mich sehr freue und ich habe bei einem der vielen Bücherstände auf der Straße einen Stapel Comics entdeckt und zwei mitgenommen.
Und jetzt die größte Neuigkeit der Woche: ich habe noch eine Gastnichte bekommen. Die Frau meines Gastbruders hat am Freitag Abend ihre Tochter Judy zur Welt gebracht, so unglaublich süß das Baby.
Bye bye
Hi Julian,
das klingt bei Dir ja mittlerweile schon wie ganz normaler Alltag😉 LG aus dem stürmischen Hamburg schickt Yvonne
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