Kommentar zu „The Dark Road“

Ich hatte mal wieder Spaß und hab ein Gedicht geschrieben. Hier läuft das lyrische Ich eine Straße bei Nacht entlang und wird von seinen Gedanken übermannt.

Da kann man bestimmt wahnsinnig viel bezüglich meines momentanen Geisteszustandes reininterpretieren, könnt ihr auch gerne machen, aber Fakt ist, dass ich gestern Abend einfach sehr spät nach Hause gelatscht bin und das gruselig af war!

Das war’s auch schon, bye bye!

The Dark Road (Poem)

I place one foot sturdily infront o‘ the other.

Keep on walking despite my wonder and awe.

The sky stretches, envelopes my periphery.

The stars like flowers on the black grass of infinity.


Keep on walking despite what I might think to see.

The trees lost their form, are mere shadows of themselves.

Their crookedycrooked fingers reaching for my bravery.

Keep on walking despite my anxiety.


The stories have me in their hold

Of lonely nights so bitter cold

Of lonely spirits, long-lost souls

They terrorise my own. Behold!


The dark road unfolds in the shine of my light.

I tremble, I fear, feel the surge of my fright.

But my home up ahead leads the way, it’s so bright.

So I keep on walking and pierce this forsaken night.

Begrüßungen und Mzunguu

Wenn man durch Taveta spaziert, dann fällt einem eines sehr schnell auf: Jeder begrüßt jeden! Hände winken hier und dort hin, auf vier verschiedenen Sprachen (Englisch, Kiswahili, Kitaveta & Kitaita) werden sich Begrüßungsfloskeln an den Kopf geworfen und man hat das Gefühl, jeder kennt jeden.

Meine Favoriten in Sachen Begrüßung:

  • Umeshindaje = Wie war dein Tag? Antwort: Salama = Friedlich!
  • Mambo/Vipi (Slang) = Was geht? Antwort: Poa Poa = Cool Cool!
  • Habari ya asubuhi/mchana/jioni/usiku? = Wie geht’s morgens/mittags/abends/nachts? Antwort: Mzuri = Gut!
  • Shikamoo (Gruß an ältere) = Ich respektiere dich! Antwort: Marahaba = Ich akzeptiere deinen Respekt.

Mit dem Vokabular kann man sich schonmal eine Straße entlanggrüßen. Viele Leute reagieren sehr positiv, wenn man sie als offensichtlicher Ausländer in ihrer Sprache anspricht.

Worauf man jedoch ebenfalls gefasst sein muss, besonders hier auf dem Dorf, ist, Mzunguu (Weißer) hinterhergerufen zu bekommen. Mir ist es schon passiert, dass ein paar Kinder dann zwei Minuten, bis ich außer Sichtweite war, Mzunguu über die Straße gebrüllt haben. Zudem kriegt man häufig eine stark akzentuiertes „How are you?“ zu hören, wenn man „Fine and how are you?“ antwortet, bleibt das Gegenüber jedoch still. Ein letzter Eindruck beim puren Spaziergang ist, dass vereinzelt, aber nicht selten Menschen auf mich zugekommen sind und gefragt haben: „Can you give me money?“, und Kinder schon zwei oder drei Mal „Sweets Sweets Sweets Sweets Sweets!“ geschrien haben.

Ich habe eine gespaltene Meinung dazu:

  • Zum Einen missfällt mir diese gesonderte Aufmerksamkeit, die mir zuteil wird, und das schon aggressive Betteln sehr. Ich verdiene weder eigenes Geld, noch habe ich für dieses Jahr unbegrenzte Mittel.
  • Aber es geht über Unbehagen hinaus: Ich habe vor, in Taveta zu leben und mehr zu sein, als nur Tourist.
  • Zudem ist ein Grund für mein Auslandsjahr unter anderem der Abbau rassistisch geprägter Vorurteile. Ich möchte an mir arbeiten, damit ich Individuen nicht in solch oberflächliche Kategorien einordne, und wenn doch mich emotional von dieser Kategorisierung distanzieren kann. Doch jetzt begegne ich, wie es mir bisher scheint, einem ganzen Kulturkreis, der mich von vornherein abstempelt und immer auf Basis dieses Ersteindrucks bewertet.

Auf der anderen Seite kann ich die Gegenargumente gut verstehen:

  • Die ersten Touristen handelten genau so, wie ich nicht gesehen werden möchte; haben mit Geld und Süßigkeiten um sich geworfen als wäre Karneval und haben den Eindruck hinterlassen, nicht Willens zu sein, die örtliche Sprache zu erlernen.
  • Mzunguu ist an sich in keinster Weise negativ konnotiert, nur ich empfinde es so. Die meisten Leute freuen sich sogar sehr, mich zu sehen, da eine Person weißer Hautfarbe internationales Interesse an Taveta symbolisieren könnte.
  • Das Wort ist einfach fest im Wortschatz betoniert, wird auch noch aktiv benutzt.
  • Es besteht (fast) kein rassistischer oder diskriminierender Hintergrund, nicht so, wie wenn das Verhältnis von dunkler zu heller Hautfarbe umgekehrt ist.

Der Umgang, den ich für mich beschlossen habe, ist, dass ich nicht jedes Mal ausflippen werde, wenn ich Mzunguu genannt werde. Ich habe vor, wenn sich die Gelegenheit ergibt, klarzustellen, dass ich das Wort nicht mag, und meinem Gegenüber anzubieten, mich beim Namen zu nennen. Ich werde weiter eifrig Swahili lernen, damit ich unter anderem Verkäufer aus den Socken hauen kann, wenn sie mir was zu Touristenpreisen verkaufen wollen.

Alles in allem hoffe ich, dass in einer fernen Zukunft Hautfarbe keine Rolle mehr spielen wird, aber so lange das noch nicht der Fall ist, versuche ich, von meinen Erlebnisse möglichst differenziert und respektvoll zu berichten. Wenn ihr denkt, ich könnte jemandem auf den Schlips getreten sein, oder wenn ihr eigene Gedanken zu dem Thema habt, schreibt nen Kommentar und lasst mich daran teilhaben. Nur eins vorweg: Nazis werden blockiert!

Kwa heri!

Herausforderung: Anschluss

Vorab: ich lebe hier jetzt halt in nem Dorf. Ich spreche Kiswahili noch ultra schlecht und die allgemeinen Englischkenntnisse würden Lehrer der neunten Klasse frustrieren. Zudem komme ich in meinem bisherigen Alltag wenig mit aus Taveta stammenden Gleichaltrigen in Kontakt.

Das alles führt dazu, dass ich im Moment außerhalb von Schule und treffen mit der Taveta Crew nichts zu tun habe und auch nicht wüsste, was man so unternehmen könnte.

Mein Plan/Mein Vorsatz an mich selbst ist, dass ich auf Konfrontationskurs mit neuen Leuten gehe. Ich werde mich die nächsten Abende einfach mal an die Straße setzen und Gitarre spielen, und interessierte Menschen auf mich zukommen lassen.

Denn ich bin nicht hier, um zu Hause rumzusitzen und zu lesen. Ich will neue Freunde finden und mich mit anderen Sichtweisen auseinandersetzen.

Zu diesem Zeitpunkt jedoch sieht es halt einfach so aus, als würde in Taveta echt nichts passieren. Es ist ein Dorf, aus dem man auszieht, oder Farmer wird. (Das ist natürlich eine Übertreibung, aber wenn ein*e hypothetische*r Besucher*in voll Bock auf Feiern hat, dann gibt’s in die Richtung gar nix).


Was ist also die vorzeitige Lösung, bevor ich mir hier ein soziales Umfeld aufgebaut habe?

Das nutzen, was ich bisher habe: Die anderen Freiwilligen! Den gestrigen Tag über haben wir auf erneutes gemeinsames Kochen zugearbeitet, am Markt Gemüse und Obst, Brot und Bohnen gekauft, uns in einem Restaurant bei der Premier League erfrischt und dann bei einem von uns den Herd angeschmissen und geschibbelt, was das Zeug hält.

Das Ergebnis konnte sich schmecken lassen: Gegen acht Uhr sind wir genießerisch über die ersten selbstgemachten Veggie-Burger hergefallen. Mit Patties, Soße und Salat-Ersatz. Boah, war das lecker!

Es sah leider nicht annähernd so wohlschmeckend aus, daher verzichte ich an dieser Stelle mal auf Bilder.


Die Kirche hat für viele Familien in Taveta nach meiner bisherigen Erfahrung einen hohen Stellenwert, auch für sozialen Anschluss. Heute habe ich meine Familie zur Kirche begleitet, und, sagen wir mal so, ich werde höchst wahrscheinlich nicht mehr mitgehen.

Ich durfte den Gottesdienst auf der Gitarre begleiten, aber auch wenn diese (ca. 15 Personen große) Kirchengemeinschaft besonders viel Wert auf Musik zu legen scheint, laufen leider alle Lieder auf den gleichen drei Akkorden, die in einem für mich bisher nicht entzifferbaren Rhythmus hintereinander gereiht sind, was das Mitspielen gleichzeitig schwierig und langweilig gestaltet.

Ich vertrete die Meinung, dass ich keiner Person vorschreiben kann, was diese zu glauben hat, und dass es keinen „richtigen Glauben“ gibt. Da sich die heutige Predigt ausschließlich darum drehte, wie „the correct faith“ aufgebaut, begründet und gelebt werde, habe ich auch ideologische Uneinigkeit mit dieser Kirche.

Also: Kirche, hoffentlich abgehakt!

Meine Coole Schule

Und schon wieder ist eine halbe Schulwoche rum, die Zeit verfliegt jetzt schon. Kaum zu fassen, dass wir schon drei Wochen lang in einem anderen Land leben.

Heute möchte ich ein wenig über mein Projekt, die St. Patrick Kimala Primary School erzählen.

Die Schule liegt in einem sehr staubigen Teil von Taveta, Kimala genannt, und ist umringt von einer mutigen Ansammlung Hüttchen, die wirklich in keinem Universum die Bezeichnung „Dorf“ verdient hätte. Das Gelände der Schule besteht aus drei großen Haupthäusern, eines für die Klassen 1-4, eines für 5-8 und das letzte enthält die Schulbibliothek und zwei extra Räume, die zusammen mit dem Lehrerzimmer ein Viereck bilden. Der so entstandene Hof wird von mit weißen Steinen markierten Wegen durchzogen und beherbergt nebst der kenianischen Flagge und Wasserquelle viele von der Schule selbst gepflanzte Bäume, manche mit lateinischer und kolloquialer Beschriftung.

Insgesamt lernen und leiden hier rund 280 Schüler*innen und die Verantwortlichen für diese Ambivalenz messen 11 an der Zahl. Vierzig Schüler*innen pro Klasse, das geht echt klar.

Im Moment unterrichte ich Physical Education (Sport) und Creative Arts (alles, was dir gerade so einfällt) und so langsam habe ich einen Arbeitsrhythmus und Pensum drauf, dass mich weder umbringt und mich den Unterricht gleichzeitig gemäß gewissen Standards gestalten lässt. Ich beharre nicht mehr darauf, jeden Unmotivierten mitmachen zu lassen, erlaube ein absolut unorganisiertes Fußballspiel am Ende der Stunde und probiere mir nicht unbedingt für jede Stunde eine krasse neue Methode auszudenken. So muss sich so ziemlich jeder Referendar nach einigen Wochen fühlen.

Ich fange jetzt auch an, Deutschunterricht zu geben, dazu sei gesagt, dass nicht auf so atemberaubende Thematiken wie die deutsche Grammatik eingegangen wird, sondern ich den andern Lernenden und Lehrenden im Moment ein paar Floskeln beibringe, sie ermögliche, über’s Wetter zu reden und so weiter. Wenn es einige sehr interessierte und zähe Brocken durchhalten, dann hab ich voll Bock, ein bisschen Linguistik mit einfließen zu lassen.

Zudem werde ich jetzt der Bibliothekar der Schule, ich habe also die Möglichkeit ein wenig umzugestalten und bekomme meinen eigenen Arbeitsraum. Und in naher Zukunft möchte ich damit beginnen, ein ernsthaftes Fußballteam aufzubauen, dass nicht nur johlend dem Ball hinterherjagt und Freund wie Feind foult bis die Schienenbeinn brechen (nein, das ist noch nicht vorgekommen). Und damit mache ich dann die Schulen der anderen Freiwilligen in unserem eigenen Turnier platt!

Soviel zu mir, seid eingeladen, Fragen zu stellen und euch auszutauschen.

Wie man sich richtig von ner Krankheit erholt

Sonntag Mittag, gekonnt den Besuch im Gottesdienst umgangen. Mit Gottesdienst an sich hab ich ja überhaupt kein Problem, nur versteh ich hier halt leider kein Wort, er geht ein klitzekleines bisschen lang und man ist als ‚mzungu‘ (Kiswahili für Weißer – dazu mache ich nochmal nen ganzen Eintrag) sehr auf dem Präsentierteller.

Mir geht es wieder exzellent, ich hatte letztenendes eine bakterielle Infektion, hab aber genug Spritzen und Antibiotika bekommen, sodass jeder Olympiasportler neidisch wäre.

Donnerstag und Freitag waren sehr warm und relativ ereignislos. Nur Freitag Abend bin ich rausgekommen; die Taveta Crew hat sich bei unserem Coordinator versammelt und wir haben von seiner Familie beigebracht bekommen, wie man Chapati kocht. Heißt das, ich kann das jetzt? Neeeee – ich saß daneben und hab Gitarre gespielt. Konsequente Inkompetenz in der Küche will kultiviert werden. 3/4 haben dann noch bei ihm übernachtet (alle in einem Bett, es war sehr warm für mich in der Mitte). Am nächsten Tag wurde uns eine weitere freiwillige Coordinatorin aus dem Ort hier vorgestellt, mit der wir bisher noch nicht das Vergnügen hatten.

Nach einigen Besorgungen in der ‚Stadt‘ wollten Julius und Heiner (nein, ich stelle Menschen hier nicht ordentlich vor) unbedingt mal wieder Fußball gucken, also haben wir versucht, die Premier League zu erwischen. Aufgrund einiger Missverständnis und einer spektakulären Unkenntnis des Personals in dem Hotel, wo wir letztlich gelandet sind, wie man den Fernseher bedient, kam es dann leider doch nicht dazu.

Gestern Abend wurden wir eventuell von einem der höherrangigen Polizeikommissaren über die Grenze nach Tanzania gebracht, damit wir einen Abend mit netter Musik verbringen konnten. Man munkelt wir hätten so die Gelegenheit gehabt einer Live-Band zuzuhören, die mutmaßlichen eine echt coole Fusion aus Rumba und Jazz dargeboten hat. Es war vielleicht ein schöner Abend voller Tanz und Musik. Nach einigen Stunden ging es dann möglicherweise wieder zurück nach Kenia und es sind definitiv alle sicher in ihren Betten gelandet.

Letzter Zipfel Sonnenuntergang über der Hauptstraße in Taveta

Soviel zu meinem Wochenende! Morgen geht’s wieder in die Schule, whoooop!

Schönen Tag noch!

Erste Arbeitstage

Habari! Es ist Donnerstag morgen, ich wurde unverschämt früh von Hähnen geweckt; ganz ehrlich, wer erlaubt dehnen, Viertel vor sechs zu Krähen? Da ist es noch nicht mal hell! Aber jetzt hab ich wenigsten eine optimale Gelegenheit, einen neuen Eintrag zu schreiben.

Was war die letzten Tage bei mir so los?

Am Samstag morgen war Wäsche waschen angesagt, danach ein Trip in die Stadt zusammen mit den anderen Freiwilligen. Wir haben versucht, eine Hose beim Schneider abzuholen und sind kläglich gescheitert. Er war immer entweder nicht zu Hause, oder wir haben den Laden nicht gefunden (die Straßen sehen in einem Teil von Taveta Town aber auch alle gleich aus). Dann haben wir noch viel zu viel Zeit in einem Copyshop vertrödelt, da wir noch ein paar Formulare auszufüllen hatten. Gegen Nachmittag sind wir zu mir nach Hause, haben Karten gespielt und uns gegen Abend aufgemacht zum Haus unseres Koordinators, wo wir arbeitsteilig Spagetti gekocht haben. Während es dunkel wurde brachten wir unserem Gastgeber bei einem tanzanianischem Kaltgetränk noch Schnauz/31/Schwimmen bei.

Am Sonntag Morgen ging es mit der gleichen Truppe in die Kirche. Der Gottesdienst auf Kiswahili war schon eine Herausforderung. Nach der zweieinhalb stündigen zweifelhaften Freude warfen wir ein spätes Frühstück/frühes Mittagessen ein und fuhren dann mit zwei Boda-Bodas (Motorrad-Taxen) zum nahegelegenen Lake Chala, ein unglaublich blauer Kratersee auf der Grenze zu Tanzania. Wir haben uns nen schönen Nachmittag gemacht, sind geschwommen, haben Musik gehört und mehr Karten gespielt.

Lake Chala

Am Montag ging’s dann los: Physical Education und Creative Arts. Zum Glück nur zwei Stunden am ersten richtigen Arbeitstag, da die achte Klasse sich auf ihre Final Exams vorbereiten muss, und dadurch die pillepalle Fächer wegfallen. Der Unterricht ist gelinde gesagt interessant. Ich hab schon ein paar mal unruhige Klassen beaufsichtigt, aber hier kommt es auf ein neues Level, denn:

  • die Klassen waren nur halb so groß,
  • die Schüler*innen haben einigermaßen gut Deutsch gesprochen,
  • wir haben verdammt nochmal wenig Material,
  • ich musste ihnen nichts beibringen, sondern sie nur betreuen.

Im Sportunterricht wäre es ihnen am liebsten, ich würde einfach nur zwei Teams einteilen, denn Ball aufs Feld werfen und mich für den Rest der Stunde verdrücken. In Creative Arts muss ich kreativer werden, als die ganze Klasse zusammen, um mir eine Idee für die Stunde auszudenken und die dann auch noch zu erklären.

Mit mehr oder minder großem Erfolg habe ich die letzten drei Tage den Unterricht dann doch hinbekommen, aber gestern haben sich verdammt starke Kopfschmerzen bei mir angekündigt, die mich leider auch heute morgen begrüßt haben. Ich hab mal das Anti-Malaria Mittel genommen und zieh das durch, somit ich, falls ich Malaria habe, wieder gesund werde, falls nicht, dann hilft es zwar nicht, ich hab dann aber auch kein Malaria, was für mich ein Pluspunkt ist.

Heute fängt mein Schultag erst spät an, also kann ich gucken, wie es mir so geht und ob ich es vertrage, hinzugehen.

Das Kiswahili lernen läuft ganz gut, ich kann etwas holprig Essen bestellen, sagen, wohin ich gehen möchte und ob ich etwas brauche. Nur das verstehen von Leuten die mit mir reden ist so verdammt schwer. Es wird so schnell geredet!!!!!!

Das wär’s mal wieder von mir, abgesehen von Kopfschmerzen und selbstauferlegter Überanstrengung geht’s mir exzellent.

Kwa heri!

PS: Hier noch ein Bild von dem Hund meiner Gastfamilie:

Tina am Morgen

I Report Back Home (Poem)

Words I might say

Won’t suffice

Won’t saturate

The thrashing thirst of dearly missed home.


I hope and I pray

That malice

Will hesitate

Before smashing empathy and finding it gone.


So many heartfire’s

Attention

To satisfy,

Starving for prejudices uncorrected.


Ain’t one of them damn liars

Pretending

To be paralysed

Infront of children being unprotected.


Getting Accomodated

Moin! Ich melde mich auch mal wieder. Sorry, dass ich den Informationsgehalt so gering halte, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass nach dem ersten Fluss von Eindrücken nicht mehr so viel zu berichten übrig bleibt, und so die Beiträge seltener und seltener kommen. Dem möchte ich vorbeugen, indem ich im Moment nur alle zwei bis drei Tage etwas schreibe. So habe ich gleichzeitig etwas Zeit, um über meine Erlebnisse ein wenig zu reflektieren, bevor ich einfach alles unbedacht aufschreibe, und wohlmöglich ein falsches Bild von Kenia vermittle.


Das hier wird der erste Eintrag, in welchem ich konkret über meine Lebenssituation schreibe, also hier ein kleiner Disclaimer vorran:

Alles hier sind meine individuellen Erfahrungen, ich erlebe alles auf meine Weise und berichte ebenso subjektiv. Kenia ist unglaublich divers und komplex, meine Erlebnisse werden davon geformt, mit welcher Art von Menschen ich in Kontakt komme. Daher: Macht euch bloß kein Bild von „ganz Kenia“ oder gar „dem einen Afrika“ durch den Kram hier!!!!! Schließt nicht von mir auf euch und auf diejenigen, denen ihr begegnet!!!!!!!!!!!!!

Klar? Gut! Dann kann’s ja losgehen:


Ich wohne bei einer Familie denen ein Bauernhof gehört. Wenn ich morgens aufwache, dann geschieht dies zum Hahnenkrähen. Meine Morgenroutine besteht darin, dass ich etwas im Bett liegen bleibe und lese, da ich die letzten Tage noch nicht ins Projekt musste. Irgendwann richte ich mich auf, kämpfe mich aus dem Moskitonetz hervor und gehe aus meinem Zimmer, dass von meinem Bett und einem Sofa, auf welches ich meine Sachen stapele, dominiert wird, auf den kleinen Hof vor dem seperaten Gästehaus, in welchem ich lebe. Ich gehe auf dem Hinhock-Plumpsklo außerhalb des Hauses auf Toilette, fülle mir eine 7 Liter Wanne mit Wasser (falls es früh genug Wasser gibt) und kippe die mir nach und nach über den Körper – meine Dusche.

Dann gehe ich den ca. 30 Meter Weg zum Haus meiner Gastfamilie, wo es Frühstück gibt. Bisher habe ich das Essen immer serviert bekommen, was, wie ich vermute (aber ich kann auch falsch liegen), daran liegt, dass ich im Moment noch stärker als Gast und noch nicht als Teil der Familie angesehen werde.

Meine Gastfamilie ist sehr groß. Und damit meine ich wirklich groß. Ich habe mir sagen lassen, dass man, wenn sich alle zu Weihnachten versammeln, einen Haufen von 30 Leuten hätte. Ich hab noch nicht annähernd einen Überblick über Namen oder wer tatsächlich zur Familie gehört und nicht einfach nur kurz vorbeischaut und auf eine Tasse Tee eingeladen wird.

Zu Tischmanieren in Kenia gehört auf jeden Fall, dass man sich vor und nach dem Essen die Hände wäscht, denn man ist mit denselben, und Hygiene und Sauberkeit sind essenziell, alles andere wäre nicht nur infektionsgefährdend, sondern auch noch unhöflich. Das Gericht, auf welches alle Freiwilligen abfahren, nennt sich Chapati, pfannkuchenartiges Fladenbrot, nur etwas bissfester. Den Kram kann man dann beispielsweise benutzen, um einen Bohnensud aufzulöffeln. Ebensfalls lohnenswert ist Ugali, ich weiß aber gerade nicht, wie ich es beschreiben soll, also googelt es einfach.

Wir vier Taveta-Freiwillige haben zusammen mit unserer Kontaktperson am Mittwoch den Markt besucht, schulgerechte Kleidung und einige Früchte gekauft, zum ersten Mal Zuckerrohr gegessen und sind an einem störrischen ATM verzweifelt. Wir haben einige Personen getroffen, die für Sicherheit und Bildung in unserem County verantwortlich sind, haben sehr viele Hände geschüttelt (Uns wurde erzählt, dass man Hände beim Begrüßen, beim Verabschieden und immer mit jeder Person im Raum schüttelt). Am Donnerstag haben wir dann eine Tour durch all unsere Schulen gemacht, wieder viele Hände geschüttelt, und uns vorgestellt. Danach waren wir noch in der Stadt (Taveta Town) beim Schneider und bei einem etwas flexibleren ATM.

Heute war mein erster Tag in der St. Patrick’s Kimala Primary School. Während der morgendlichen Assembly wurde ich den Schülern vorgestellt und einen so warmen Empfang, wie ich ihn von meiner Schulleiterin erhalten habe, hätte ich es mir nie erträumen können. Ich habe noch nicht unterrichtet, aber ich habe erfahren, dass ich ab nächster Woche Sport und Creative Arts tatsächlich unterrichten werde und nicht nur daneben stehen und Fragen beantworten werde.

Ich habe ausversehen mein Handy gesperrt und, da ich meine neue PIN noch nicht auswendig kenne, war ich dadurch einen halben Tag lang von elektronischer Kommunikation abgeschnitten….oh neeeeeiiiiiiin!

Dann war ich halt gezwungen, mit meinen künftigen Kollegen zu quatschen, während ich mich auf den Unterricht nächste Woche vorbereitet habe.

Der Präsident von Simbabwe, Robert „Uncle Bob“ Mugabi, ist verstorben. Kam gerade in den Nachrichten. Ich muss mich mal mit der Politik diverser afrikanischer Staaten auseinandersetzen. Dringen eigentlich Nachrichten über die xenophobische Attacken in Südafrika nach Deutschland durch? Das ist nen echt großes Thema hier.

Das wär’s mal wieder von mir; Appell der Woche: seid keine xenophobischen Arschlöcher!

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