Reise (Gedicht)

Ich sitze, bin ein Reisender.

Gemurmel drängt sich an mein Ohr.

Guck aus dem Fenster, leise da.

Ich bin ein ewig Eilender.


Die Schlierenwaberaußenwelt

Hält mich in ihrem bunten Bann.

Gefühl der Wirklichkeit entfällt.

Unkenntlich wird, was mich hier hält.


Ein Fremder lässt sich bei mir nieder,

Nordet mein Denken auf sich ein.

Er lächelt wissend, streckt die Glieder.

Mein geistig‘ Trudeln fängt sich wieder.


Er fesselt mich mit seinem Wesen,

Er erzählt Unglaubliches,

Er hat jeden Mensch gelesen,

Er ist etwas Erstaunliches.


Enthebt Regeln und Gesetze,

Geleitet krähengleich,

Erfreut, beendet schlimmste Not,

So ist er nun Gevatter Tod

Meine Gastfamilie

Am Samstag Abend hab ich in Nairobi meine Koffer gepackt, nur kurz unterbrochen durch einen kleinen Stromausfall, um dann am nächsten Morgen um fünf Uhr in der früh zu duschen, etwas zu essen, uns von den Affen im Hostel verabschieden und ca. eine Stunde später alle Zelte abzureißen. Soweit der Plan. Leider hab ich meinen Wecker verschlafen, wurde zwei Minuten vor der geplanten Abreisezeit durch Schläge an meiner Tür geweckt und habe schnell alle restlichen herumliegenden Sachen in meine Rucksäcke geworfen. Der Traum von Dusche und Frühstück viel damit leider ins Wasser. Am Bahnhof hab ich mich dann mit Pizza versorgt und auf ging’s zur Gastfamilie.

Die Zuggleise ziehen eine Schneise durch die sonst ebenmäßige Savanne, man hat das Gefühl, über den Horizont hinaus schauen zu können.

Wir hatten unglaubliches Glück während der Autofahrt, die auf die viereinhalb stündige Zugreise folgte. Als wir durch den Tsavo West Nationalpark fuhren, sahen wir Giraffen, Zebras, Gazellen und Elefanten unfassbar nah an der Straße.

Schließlich haben wir (alle Freiwilligen aus Taveta) noch zusammen zu Mittag gegessen und sind dann einer nach dem anderen bei den Gastfamilien abgeliefert worden. Das kommende Jahr werde ich auf einem Bauernhof mit ganz vielen Hühnern, einigen Kühen, zwei Katzen und einem Hund verbringen. Ich werde zu lernen versuchen, mich an die bestehenden Rollendynamiken in der Familie einzugliedern. Nitajaribu kujifunza Kiswahili.

Im Moment ist alles noch gleichzeitig beunruhigend und atemberaubend. Vieles habe ich als neu und halt einfach anders als ich es gewohnt bin wahrgenommen. Aber ich habe vor, neue Eindrücke unwertend hinzunehmen. Das wird ein sehr interessantes Jahr!

Der erste Tag

Habari! Gestern Abend landete eins von vielen Flugzeugen auf dem Jomo Kenyatta Airport in Nairobi. Es kam direkt aus Frankfurt und für 24 Leute hatte es eine gigantische Bedeutung: In ein ganz neues Land, eine neue Kultur, ja, ein neues Leben eintauchen für ein Jahr! Wir waren müde vom Flug, hungrig, denn auch, wenn Lufthansa sich Mühe gibt, das Essen ist halt einfach nicht gut, und gestresst, falls wir bei der Einreise etwas falsch machen und plötzlich auf dem Flughafen übernachten müssen. Dazu ist es zum Glück nicht gekommen, alle fanden ihr Gepäck wieder und wir wurden abgeholt. 45 Minuten und eine abenteuerliche Reise durch das linksspurige, und ab und an etwas holprige, Straßensystem von Nairobi später luden wir unser Gepäck im Hostel ab, aßen zu Abend und sanken nach einem Kampf mit unseren Moskitonetzen in einen erschöpften Schlaf.

Nächster Morgen: Frühstück ab halb acht, ein Großteil der Gruppe kam selbstverständlich erst um 8:15, dann ging es auch schon los: Begrüßung, neue Namen lernen und die erste Einheit zu Risiken und persönlicher Sicherheit bildeten unseren Vormittag. Im Laufe des restlichen Tages sind wir dann in eine Mall gefahren, um erste Besorgungen zu erledigen, eine kenianische SIM-Karte zu kaufen und sich mit dem bargeldlosen Bezahlsystem über’s Handy „M-Pesa“ vertraut zu machen.

Soviel zu meinen ersten Aktivitäten hier. Wer hofft, dass ich meine Eindrücke klar und deutlich schildere, kann lange warten, denn

  1. Die Erfahrung ist für jeden unterschiedlich,
  2. Ich werde versuchen, nie zu sagen: Kenya ist:…. oder Afrika ist:….
  3. Man kann sich immer entweder auf die Unterschiede oder auf die Gemeinsamkeiten konzentrieren und ich gedenke, letzteres zu tun, und trotzdem offen und neugierig für ungewohnte Erfahrungen zu sein. Die Behauptung, bisher sei alles anders gewesen, wäre das genaue Gegenteil einer weltoffenen Haltung.

Also: Kwa heri, ich melde mich bald wieder und habt gefälligst keine Vorurteile, die nerven!

Musik #1

Mal was zu meinem vorläufigen Namen: Ich spiele sehr gerne Gitarre! Seit nunmehr zehn Jahren haue ich in die Seiten, auch wenn ich erst seit knappen sechs mein Potenzial an der E-Gitarre zu entfalten versuche.

Zur Zeit habe ich „erst“ 4 1/2 Gitarren:

  • Eine ganz normale akustische Gitarre
  • Eine J&D Les Paul (L80) – meine erste E-Gitarre, dementsprechend günstiger
  • Ne Fender Squire Stratocaster
  • Eine Fender Stratocaster (gehört nicht wirklich mir, aber steht bei mir rum und ich spiele im Moment als einziger drauf – Unterschied zwischen Besitz und Eigentum)
  • Westerngitarre meines Bruders, die leihe ich mir für Lagerfeuer-ähnliche Situationen aus.

Die J&D werde ich mit nach Kenia nehmen, zusammen mit einem Taschenverstärker, den ich mir übermorgen anlege, da ich bei ihr am ehesten einen Verlust verkraften könnte, und sie zudem einen verhältnismäßig guten Sound darbietet. Außerdem hat sie als einzige ein 22-bündiges Griffbrett, Glasgow Kiss von John Petrucci lässt grüßen.

Was spiele ich so für Songs?

METALLLLLLLLLLL!!!!!!!!!!!

Im Moment übe ich so ziemlich alles, von Klassikern wie Iron Maiden, ACDC und Metallica über modernere Sachen von Trivium und In Flames bis hin zu technischen Abkratzriffs von Yngwie Malmsteen.

Ich lerne aber, meiner Umwelt zum Wohl, im Moment auch ein paar gemäßigtere Songs, wie Sweet Child of Mine und das Intro/Solo von Wish You Were Here.

Ich höre auch unheimlich gerne Metal, da bin ich irgendwie in die Schiene des modern Metalcore’s abgerutscht, von daher kannst du mir „Doomsday“ von Architects vorspielen und ich bin in ner anderen Welt.

Mal schauen, was ich noch alles zu dem Thema hier schreibe, viel Spaß und hört bloß gute Musik!

Schlau Kommunizieren

Geschichten üben seit jeher eine Faszination auf die Menschheit aus. Jeder scheint davon zu träumen, seine eigene Realität zu verlassen und sich für kurze Zeit den Kopf nicht über die eigenen, sondern die Probleme anderer zu zerbrechen. Das Weitergeben von Wissen hat die Menschheit erst dazu gebracht sich so weit entwickeln zu können, da wir nicht Generationen lang alle vom gleichen giftigen Baum gegessen haben, sondern eines Tages jemand auf die grandiose Idee kam, seinen Freunden zu sagen: „Hey, esst das lieber nicht, mein Opa ist davon verreckt!“

Das scheint ja jetzt an sich noch nicht so revolutionär, jedoch wächst die Bedeutung dessen, was uns Andere zu erzählen haben, mit der Geschwindigkeit, in der sie dies tun können. Und noch nie war Informationsübertragung so rasant wie jetzt, genau in diesem Moment. Jede Sekunde gibt es neue Innovationen, welche die digitale Hetzjagd nach neuem Input immer weiter anheizen.

Doch das ist alles nichts Neues, die Welt des internationalen Austauschs dreht sich immer schneller, Twitter, Instagram und TicToc beherrschen die Meinungen der Jugend bla bla bla…

Was genau hat also gleichzeitig so viel Potenzial und vermag ebenso viel Schaden anzurichten?

Achtung, es wird theoretisch!

Meiner Meinung nach ist es der vollkommen bewusste und berechnende oder eben der tollpatschig, naive Umgang mit den Möglichkeiten die uns durch alle Tools des Internets in die Hand gelegt werden. Die normale Schnittstelle zwischen einem Individuum und der Information, welche dieses erlangen will, ist nur die subjektive Perzeption und wird einzig durch das menschliche Auffassungsvermögen, sowie mögliche, natürliche, Hindernisse (wie etwa fehlendes Licht, obwohl man gerade ein Buch lesen möchte), gestört. In einer Konversation verhält sich dies schon anders, denn hier kann zum einen der Sender der Nachricht entscheiden, wie er sie präsentiert, dies wird allerdings maßgeblich von seiner Interpretation der Nachricht vor dem Hintergrund seiner individuellen und kulturellen Prägung beeinflusst. Hinzukommt, dass ihm bei der Entsendung der Nachricht Fehler unterlaufen und er gegensätzliche Signale sendet oder er den Sinn hierdurch komplett verändert.
Eine dritte Möglichkeit der Fehlerbildung ist die Art, wie (gut) der Empfänger das Signal aufnimmt, er kann beispielsweise etwas akustisch nicht oder falsch verstanden haben.
Zu guter Letzt besteht die Option, dass der Empfänger die Nachricht des Entsenders falsch interpretiert. Dies kann darauf fußen, dass beide über unterschiedliche Werte und Normen verfügen, die beim Auswerten von Daten eine wichtige Rolle spielen.
(All das stützt sich zum Großteil auf dem Sender-Empfänger-Kommunikationsmodell von Warren Weaver und Claude E. Shannon)

All diese Fehler multiplizieren sich mit der Anzahl der Informationsübertragung. Missverständnisse dieser Art wirken sich in einem Bereich der Kommunikation besonders stark aus, im Internet, denn wo sonst gibt es mehr Hörensagen. Jegliche Information wird unzählige Male geteilt, bis der Ersteller nicht mehr auffindbar ist. Auch der kulturelle Unterschied zwischen Empfänger und Sender wird umso präsenter, da Entfernung in der modernen Kommunikation keine Rolle spielt. Auch der Mangel an Körpersprache in einem Gespräch kann Gesagtes verdrehen, die Alternative der Emojis funktioniert manchmal exzellent, manchmal eher dürftig, da sie von allen Parteien unterschiedlich interpretiert werden können.

Theorie Ende

Was will ich damit also Sagen?

Seid euch bitte immer ganz genau bewusst, dass alles jederziet durch unsäglich viele Filter betrachtet wird. Es kann überall zu Missverständnissen kommen und häufig durchläuft eine Information heutzutage so viele Schnittstellen, dass sie beim Empfänger verzerrt, wie nach einer Runde Stille Post, ankommt. Das soll jedoch nicht heißen: Traut niemandem mehr, alles voller Fake News, niemand hat eine Ahnung und jeder will euch beeinflussen, ganz im Gegenteil. Für einen verantwortlichen Umgang mit modernen Meiden muss man sich so viele Kanäle wie nur möglich offenhalten mit möglichst vielfältigen Hintergründen, keiner Quelle von Anfang an jegliche Legitimität absprechen, jedoch jeder mit einer Art analytischem Respekt begegnen. Auch Printmedien können sich irren und auch „alternative Quellen“ können fundierten Journalismus betreiben, aber wendet euch bloß nicht von den, im allgemeinen als seriös angesehenen, Zeitungen und Nachrichtensendern ab, denn unfundierte Paranoia und trotziger Widerstand gegen die Großen heflen auch nicht. Sprecht jedem das Potenzial zu, einen Teil der Wahrheit zu verbreiten, aber traut bitte nie der versprochenen Unfehlbarkeit. Und nutzt immer mehrere Quellen!

Bye bye! Und angenehmen Tag noch 🙂

Vorbereitungen

Noch drei Wochen…DREI WOCHEN!!!!! bis zur Ausreise. Also grundlegend geht alles klar, die Organisation läuft wunderbar, alles ist im Zeitplan und alle Dokumente sind soweit abgegeben.

Aber manchmal werde ich einfach ultra nervös. Ein Jahr lang alles hinter mir zu lassen ist schon ordentlich.

Jetzt ist die Frage, was hilft dabei? Zuallererst: Darüber schreiben! Also zum Beispiel hier im Blog, aber auch etwas privater. Wenn irgendwer, der das hier sieht, ungewissen Zeiten bevorsteht, kann ich meiner persönlichen Erfahrung nach nur empfehlen, das in irgendeiner Form auszudrücken.

Doch eines hat mir alles noch deutlich mehr erleichtert: das Vorbereitungsseminar von AFS. Fünf Tage lang war ich mit 35 anderen angehenden Freiwilligen in einer Jugendherberge und habe, angeleitet von ehemaligen Außendienstlern, mehr über mögliche Konfliktpotenziale, zugrundeliegende Dynamiken im interkulturellen Austausch und sensible Konversationsführung erfahren und mit den Anderen sehr angeregt darüber diskutiert. Das klingt jetzt erstmal richtig öde, aber natürlich ist noch viel mehr passiert; wir haben uns gegenseitig kennengelert, haben unsere Freizeit miteinander verbracht, uns gegenseitig Denkanstöße gegeben und versucht allgemeine Ängste zu entkräften. Die gesamte Gruppe ist sehr schnell zusammengewachsen und ich habe das Gefühl, dass alle zum Einen sehr viele wertvolle Ideen mit nach Hause genommen haben und zum Anderen eine wirklich fabulöse Zeit hatten. Und jetzt das Beste: Es geht in die zweite Runde! Morgen setzt ich mich in den Zug für erneute fünf Tage bestehend aus intensiven Gruppen- und Einzelgesprächen, überdurchschnittlichem Jugendherbergsessen und viel zu kurzen Nächten.

Ich freue mich gigantisch darauf!
Um euch auch ein wenig an der Erfahrung teilhaben zu lassen, hier ein paar Fragen, mit denen wir uns (direkt oder indirekt) auseinandergesetzt haben und die, denke ich, einen positiven Einfluss auf das zwischenmenschliche Zusammenleben hätten, wären sie präsenter:

  • Ich sehe viele kulturelle Unterschiede. Wo liegen Gemeinsamkeiten zwischen meiner Kultur und einer anderen, welche mir bisher nur fremd vorgekommen ist?
  • Wie sehr reduziere ich neue Gesichter auf erste Eindrücke? Bin ich vielleicht unterschwellig von diskriminierenden Mustern geprägt? – Wie kann ich persönlich dagegen vorgehen, dass ich mein Gegenüber, nach dem ersten, flüchtigen Augenmaß, negativ bewerte?
  • Welche von den Thematiken, die ich bisher als unnötig/hysterisch eingestuft habe, könnten vielleicht einen zweiten Gedanken vertragen? Muss ich meine Prioritäten überdenken?
  • In welchen Gruppen und Kulturen bewege ich mich und wie beeinflussen diese meine Sichtweise? – Fühle ich mich wohl in dieser Gruppe und mit dieser Sichtweise?

So, genug Moralapostel gespielt. Ich wünsche euch allen noch einen wunderschönen Tag!

Hi!

Erster Post; was kann schon schiefgehen!

Erstmal: Herzlich willkommen und Entschuldigung, dass alles noch so generisch aussieht, ich hab noch nicht die Zeit dazu gefunden, diese Website zu personalisieren. Jetzt heißt es erstmal ein wenig Inhalt hier reinzubringen mit dem man arbeiten kann.

Zu meiner Person: Mein Name ist Julian und ich bin 18 Jahre alt. Ich lebe in Deutschland (aber nicht mehr lange) und habe gerade das Abitur hinter mir. Boah bin ich einerseits froh, mit dem ganzen Kram durch zu sein, jedoch ergreift mich gleichzeitig auch Wehmut bezüglich der zurückbleibenden Freundschaften, des konstanten Sportunterrichts (denn ohne Stundenplan mache ich nicht mehr soooo viel) und auch, und das mag einige überraschen, die mich nicht kennen, das Lernen und die Zeit im Unterricht.

Ich lasse die Schule jedoch nicht ganz los, sondern werde das kommende Jahr als Aushilfslehrer verbringen. Und zwar in Kenia. Elf Monate lang im Musik-, Kunst-, Sport- und Handwerksunterricht assistieren. Natürlich liegt der Fokus in diesem Jahr nicht primär auf der Arbeit, sondern ich bin als Freiwilliger mit der Entsendeorganisation AFS international unterwegs, es geht also zum Großteil um interkulturellen Austausch und das wechselseitige (Kennen-)Lernen. Diese Zeit in Kenia (und nicht in Afrika, Afrika ist ein Kontinent, kein Land) wird das Thema sein, mit dem ich mich hier am meisten mit befassen werde. Ich werde meine Erfahrungen, Eindrücke und Gedanken schildern und diesen Blog gleichzeitig als eine Art Tagebuch und als Rundbrief an alle, die wissen wollen, wie es mir geht, nutzen.

Es kann aber auch passieren, dass ich mir tatsächlich mal Gedanken mache bei dem, was ich hier schreibe. Dann würde ich beispielsweise zu einem bestimmten Thema sehr viel recherchieren, einen fundierten Artikel schreiben und den hier publizieren (Möchtegern-Journalismus quasi).

Oder ich stecke weder außerordentlich viel Vorbereitung in einen Beitrag, noch erzähle ich damit etwas von meinem Leben. Das würde sich dann in Form eines Gedichts oder einer Kurzgeschichte äußern. Feel free to interpret them! – Aber seit gewarnt, ich meine bestimmt was anderes.

So. Ich denke das hat jetzt einigermaßen das Volumen einer Vorrede, also viel Spaß mit meinem Blog.

PS: Ich behalte mir vor, jeglichen Kram hier zu ändern, sobald er mir nicht mehr gefällt.

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