Meine Meinung zu Taita: siehe oben!
Von Donnerstag bis Samstag war Taita, genauer gesagt Mghange Dawida, in dichten Nebel mit wunderbar viel kaltem Regen gehüllt. Wir konnten endlich Berge sehen und auf und ab laufen. Das führte dazu, dass kurze Strecken, über welche man sich in Taveta keine Gedanken macht, zu einer matschigen Kraxelei werden. Auf der anderen Seite war alles.grün und nicht braun/rot.

Wir sind wahnsinnig viel gelaufen, haben am Freitag die Projekte unserer Freunde besucht und sind noch ein wenig mehr gelatscht.
Am Samstag ging es auf eine zwei Stunden Wanderung zur nächst größeren „Stadt“, Wundanyi. Dort gab’s Mittag (Chapati <3), danach haben wir einer dort lebenden deutschen Studentin einen Besuch abgestattet, welche hier ein Semester lang einen Workshop für Solarzellen/Wassererhitzer o.ä. am Laufen hält.
Von einem kleinen Berg in Wundanyi aus hatten wir eine grandiose Aussicht auf die umliegende Landschaft, da die Wolken sich langsam verzogen hatten.

Aus Mitleid mit unseren Füßen haben wir für den Rückweg ein Matatu genommen, in der Retrospektive ein schwerer Fehler. Ich hatte weder ein Problem damit, dass der Kleinbus mehr als geschaukelt hat, als er sich durch die zugematschten Straßen gewängt hat, noch damit, dass sich auf die für 15 Mitfahrer“innen vorgesehenen Sitze 21 Leute gequetscht haben.
Durch diese Fahrt wurde mir jedoch erneut vor Augen geführt, wie brutal grauenhaft die Musik hier ist! (Natürlich, kann man nicht so pauschal sagen, mach ich aber trotzdem!)
Der Besitzer des Matatus hatte die grandiose Idee, die größten Lautsprecher zu organisieren, die er finden konnte, diese in die Wände des Wagens einzubauen und dann die Einstellungen so gründlich zu verhunzen, dass die Ohren sich selbst zuhalten wollen. Und dann kam die Musik: ich habe ein wenig was gegen sehr eintönige und einfach musikalisch unanspruchsvolle Musik (man findet allerdings nichts anderes als Gospelsongs – so gemacht, dass jeder nach Gutdünken mitsingen kann, oder Möchtegern-Rapper mit den gleichen drei Akkorden in gesamten Lied und einem von fünf verschiedenen Percussion Sets – nach dem Motto „der Bass muss f*****“ nur in kacke). Jetzt stellt euch mal letztere Option vor, nur dass irgendein psychopathischer Vollidiot die Songs mit Soundboard-Laserpistoleneffekten oder Sirenen hinterlegt, über die Tonspur spricht und, um den Grund zu nennen, der mich ernsthaft an Suizid hat denken lassen, zwei Lieder ohne Rücksicht auf unterschiedliche Tonlagen oder Geschwindigkeiten jedes einzelne Mal ineinander faden lässt! Über vier Takte! Und diese Kakophonie muss man alle drei Minuten in einer Lautstärke ertragen, die einem den Sitz vibrieren lässt.
Ich glaube ich hab mich genug aufgeregt. Der Sonntag war wieder sehr entspannt. Ich habe mir auf einem Markt in Mghange ein Spannbettlaken gekauft, da ich, seit einer meiner Gastbrüder wieder hier wohnt, zuerst in meinem Schlafsack und dann auf einer Wolldecke auf der wirklich fragwürdigen Matratze gepennt habe. Nach einem kurzen Mittagessen und der Verabschiedung von der Gastfamilie, die uns so kurzfristig und unfassbar warmherzig noch zusätzlich aufgenommen hat, ging es wieder zum Matatu, auf nach Mwatate, umsteigen und zurück ins altbekannte und jetzt sehr fahl wirkende Taveta. Aber wenigstens ist es hier immer schön muckelig warm.
Die Beschreibung der Musik war herrlich🤣🤣und die Schuhe spannend… hast Du sie wieder einigermaßen sauber bekommen?
LG auch aus dem verregneten Uetersen schickt Yvonne
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Die Schuhe sind im Moment noch wunderbar verkrustet, aber heute habe ich einen freien Tag, also sind die wahrscheinlich bald wieder gesellschaftsfähig
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