Habt ihr mich vermisst? Sorry, dass ich mir den Eintrag wieder bis zum letzten möglichen Moment aufhebe, ich könnte jetzt behaupten, ich hätte keine Zeit gehabt, aber das würde der Wahrheit nur bedingt entsprechen.
Freitag Morgen hatten Jana und ich einen sehr entspannten Start in den Tag und haben uns recht spontan entschieden, was wir tun wollten. Schließlich haben wir festgestellt, dass wir zwar schon einige Tage in Kisumu verbracht haben, jedoch keinerlei Vorstellungen von den Ausmaßen hatten. Infolgedessen fuhren wir einfach mit einem Boda-Boda die Hauptstraße entlang, bis wir auf einer Hügelkette nördlich der Stadt waren und das gesamte Umfeld überblicken konnten. (Daher kommt das Bild von diesem Blogeintrag).
Am Nachmittag haben wir einen Markt besucht und ich habe mir ein wunderbar grässliches Hemd gekauft, welches ich allerdings sehr amüsant finde.
Am gleichen Abend haben wir uns einen Tisch an einer Lounge am See genommen und Live-Musik genossen. Ich habe einen schottischen Whiskey ausprobiert, nicht übel. Dann haben wir versucht, uns ins Nachtleben Kisumus einzufügen, leider relativ erfolglos, da die Musik halt einfach nicht geil ist, die Leute im Club eigentlich nur rumsitzen und trinken oder für einen Song aufstehen und auf der Stelle rumwackeln, denn: es gibt keine Tanzfläche. Und selbst wenn sich jemand dazu entschließt, sich endlich mal zu bewegen, dann wird es halt wieder nur: Frauen twerken Männer an, „grinding“ genannt.
Samstag war erneut ein Reisetag, dieses Mal als Vierergruppe. Die Leute an der Matatustage in Bungoma, unserem Ziel, sind komplett ausgeflippt, vier Wazungu auf einmal.
Dieses Mal kommen wir bei der Gastfamilie von einer AFSlerin namens Jula unter, sie hat grandioses Glück gehabt. Mit ihrem Baba kann man super offen über aktuelle Politik und Stand der Bildung/Gesellschaft reden. Auf der anderen Seite ist ihr Projekt eine ziemliche Flaute, da ihr dortiger Leiter der Meinung ist, ohne Sponsoren von außen, nicht arbeiten zu können, obwohl Jula und ihre AFS Kolleg*innen in dem Heilkraut-Community-Projekt ihm schon öfters Konzepte für kostengünstige Lösungen vorgestellt haben. Das kommt bei dieser Person leider überhaupt nicht an.
Wir haben die Aussicht über Bungoma einmal von einem Restaurant mit Hügelgelände und einmal von einem Berg, zu dem wir morgens gejoggt und dann raufgeklettert sind, regelrecht in uns aufgesogen.
Der Kirchgang am Sonntag Morgen lief sehr angenehm ab, auch wenn wir bei dem Gottesdienst auf Kiswahili und der lokal tribal language leider nicht so viel verstehen. Trotzdem herrschte eine angenehme Atmosphäre, ohne eine mir in manchen Kirchen Recht unangenehm auffallende Aggressivität zur Schau zu stellen
So, alles interessante für ein paar Tage aufgebraucht, macht’s gut
Bungoma is ’n Brett
El Stephano