Back to Civilization

Taveta wirkt für mich nicht, wie komplett abgeschottet. Natürlich gibt es relativ wenig Möglichkeiten zur Freizeitbeschäftigung und es gibt keine große Warenauswahl. Aber verglichen mit Thika! Oh mein Gott, wir im Süden haben ja wirklich gar nichts!

Ein stiller Teil von Thika

Aber lasst mich am Freitag anfangen. Jana und ich, 50% der Taveta Freiwilligen, erreichten nach 12 1/2 Stunden Bus/Matatu Fahrt, nur mit unseren Rucksäcken bewaffnet, endlich Thika und trafen dort auf eine andere AFSlerin, deren Gastfamilie uns bis Montag aufnahm. Freitag ging dann als Ankommtag drauf, wir haben ein wenig gekocht, was gegessen und einen Teil von Toy Story III im Fernsehen gesehen (lief gerade). Für Samstag hatten wir uns vorgenommen, den Markt in Thika unsicher zu machen, und gingen also den überraschend kurzen Weg nach Downtown, vorbei and mehrgeschössigen Häusern. Vorbei an einem Supermarkt! Wir haben in einem Restaurant Wraps gegessen!!!!!

Auf dem Markt bewies Marie (Thika Freiwillige) überwältigende Verhandlungskünste. Ich bezweifle, dass sonst jemand so hart sein kann, wenn es um 10 bob (ca. 10 Cent) bei einem Paar Socken geht.

Am Nachmittag ging es für uns nach Roysambu, einem Vorort von Nairobi, weiter shoppen und gegen Abend auf eine Geburtstagsparty eines Freundes einer Freundin usw.

Sicht aus dem sechsten Stock eines Hauses in Roysambu

Das ganze war so Mittel, ich erspare euch also Details, jedoch hatten wir ein paar witzige Momente, z.B. dass wir eineinhalb Stunden gebraucht haben, um die Wohnung zu finden.

Am Sonntag fuhren wir in die Garden City Mall, eine Einkaufsmeile in Nairobi und haben uns sowohl von den mittlerweile ungewohnt hohen Preisen, der Spanne des Angebots, als auch von der Aufmachung (ich hab jetzt ne Weile keine großen Gebäude mehr gesehen) schocken lassen.

Meine Beute dieses Wochenendes:

  • Eine Cappi
  • Normale Straßenschuhe (gar nicht so einfach mit Größe 46/47)
  • Normales Brot!!!!!!
  • Ein Ring, damit Jana und ich so tun können, als wären wir verlobt, dadurch können wir uns dann Zimmer teilen

Sonntag Abend war dann Filmabend bei Marie, „Midnight Sun“, und am Montagmorgen ein geiles Frühstück mit Brot und Avocadocreme. Jetzt sitzen wir im Matatu zur nächsten Station, Lake Naivasha, ein, bei Touristen für Nilpferdtouren und Wanderungen beliebter, See, an welchem jedoch auch gigantische Mengen an Rosen angebaut und nach Europa verschifft werden

Bis zum nächsten Mal!

Vorerst letzte Tavetatage

Das hier wird ein kurzer Eintrag, da diese Woche echt nicht viel passiert ist.

Ich habe jetzt neue Schuhe, Lederschlappen. Am Mittwoch haben wir die Tickets für den Bus morgen (5:00 früh, ich sterbe!) gekauft. Heute habe ich meinen Kram gepackt, ich muss leider meine Gitarre für drei Wochen im Stich lassen, da mit mehr als einem Gepäckstück zu reisen eine wahre Qual ist. Durch dieses Opfer hab ich mein Zeug auf nur einen Reiserucksack reduziert.

Mit den meisten meiner Gastgeschwister bin ich in der letzten Woche echt warm geworden (sind alle über 27, und sind nicht oft hier), bis auf den ‚Erstgeborenen‘ meiner Gasteltern, der hat es jetzt zum dritten Mal geschafft, mich aus unserem Zimmer, welches wir uns kurzzeitig teilen, auszusperren. Meine kleine, eineinhalb Jahre alte, Gastnichte wird von Tag zu Tag süßer, sie nennt mich „Chulai“, da sie Julian nicht aussprechen kann.

Von oben sieht Taveta richtig grün aus

Ich werde ständig von Leuten angeschrieben/angerufen, die ich nicht kenne, manchmal entstehen ganz witzige Konversationen daraus.

Jo, ansonsten sitze ich viel rum, höre ein Hörbuch oder lese. Dat wär’s dann erstmal, mehr am Sonntag.

Keine Schule mehr, was macht man da?

Hi, how’s it going?

Lang erwartet und nun endlich da: die Ferien!

Am Freitag haben wir noch mehr oder weniger eifrig die Schulbücher in einen Schrank verstaut, den man staubig genannt hätte, hätte man die Staubschicht unter all den Spinnenweben sehen können. Dann haben sich alle im Kollegium verabschiedet und man ist schön brav nach Hause gegangen. Den restlichen Tag hatte ich viel Zeit, „20.000 Leagues Under the Sea“ von Jules Verne zuende zu lesen. Neues Leseprojekt: „Sturz der Titanen“ von Ken Follett. Der Typ kann echt sensationell gut schreiben.

Über das Wochenende waren einiger meiner Gastbrüder zu Besuch, das heißt wir waren insgesamt mindestens 15 Leute bei uns zuhause, plus Besucher über den Tag.

Am Samstag habe ich meine Familie auf ein Begräbnis begleitet. Der Verstorbene war quasi mein Gastcousin zweiten Grades, 21 Jahre alt. Die Zeremonie war begleitet von gigantischen Emotionsausbrüchen. Auch ich habe mich, obwohl ich Erik, das war sein Name, nie kennengelernt habe, wie erschlagen gefühlt. Es wurde viel für ihn gebetet, gesungen und von seinem Leben erzählt.

Der Sonntag verlief wieder sehr entspannt, ich habe mich vor meinem Bruder gerettet, der eigentlich will, dass ich ihm Freiwillige für ‚die Freiwilligendienste in Tansania, die er selbst organisiert‘ angel, die er dann allerdings von einer Touristenattraktion zur nächsten schleppen und schön abziehen kann. Anstelle ihm zu versichern, Leute aus Deutschland zu fragen, oder, Gott bewahre, einen Flyer in ner Uni aufhängen zu lassen, habe ich erstmal das Basiskonzept des von ihm geplanten Projektes erstellt, ihm Crowdfunding und das erstellen einer kostenlosen Website erklärt. Dann war er erstmal beschäftigt.

Am Sonntag Abend gab’s dann noch mal gemeinsames Spagetti-Kochen der Taveta Crew, bevor wir für eine Weile aus diesem Fleckchen Erde verschwinden.

Beehrt mich wie immer gerne mit irgendwelchen Fragen, und habt nen wunderbaren Tag.

Ein komischer Vogel und eine Ein-Mann-Schlammschlacht

Gestern Mittag hatte ich noch nicht wirklich eine Idee, worüber ich heute schreiben sollte. Neben dem Alltag ist nur wenig passiert, was den Fokus eines ganzen Blogeintrags gerechtfertigt hätte.

Montag war ein öffentlicher Feiertag, also saß ich mal wieder einfach nur rum. Zumindest hat das Hausmädchen meiner Gastfamilie (ja, die haben ein Hausmädchen) und mein Gastneffe ein wenig am Rad gedreht: ca. um ein Uhr mittags guckten sie aus dem Fenster und liefen nach draußen. Dort lag ein Vogelkücken auf dem Boden, aus dem Nest gefallen.

Ich habe mal gehört, dass die grundlegend wenig Chance auf Überleben haben, da sie tendenziell nicht von ihren Eltern gerettet werden. Das ist jedoch kein Grund, das Vöglein reihenweise in die Hand zu nehmen, herumzureichen, ihm im Gefieder herumzupicken und alles hier- und dorthin zu drehen und wenden. Das fand das Kücken auch, es pickte der Person, die es gerade hielt nämlich auf der Hand herum.

Ich schlug vor, es endlich wieder auf den Boden zu setzen, was das Hausmädchen dann auch gemacht hat, leider zu spät. Der Vogel hatte nicht mal mehr die Kraft, sich hinzuhocken sondern lag sackgleich, mit nutzlosen Füßen. Er bekam spastische Zuckungen und war nach circa zwanzig Sekunden tot. Begleitet vom ausruf: amekufa (er ist gestorben) – nein, er wurde ermordet – wurde dann der Leichnam aufgenommen, und an einem Flügel unter Lachen durch die Luft geworfen und als Puppe benutzt. Der Hund durfte den Kopf abbeißen, wurde dann jedoch mit Tritten und Steinwürfen weggescheucht. Tierschutz for the win!

Dann durfte ich Dienstag morgen verschimmeltes Brot essen, aber ich hab’s rechtzeitig gemerkt.

Die Schule war Dienstag und Mittwoch sehr amüsant, wenn auch nicht signifikant ereignisreich.

Mittwoch Abend ging’s dann richtig los. Ich bin um sieben Uhr nach Hause gegangen. Grundlegend ein einfacher Plan, aber ich hatte mehrere Hindernisse, die ich irgendwie überwinden durfte: es war schon dunkel, mein Handy hatte noch 6%, es hatte den ganzen Tag geregnet, der Weg war also schlammig und ich hatte meine Business Schuhe an, Schuhe wo sich jemand Mühe gegeben hat, dem Träger so wenig Halt wie nur irgend möglich zu geben.

Ich breche also auf, Taschenlampe des Handys angeschaltet, stoße allerdings bald auf die erste ernsthafte Hürde neben gelegentlichen Wegrutschen: der Graben der unbefestigten Straße, auf welche ich einbiegen wollte, hat sich zu einem beeindruckenden Fluss entwickelt. Ich überlege, einfach einen großen Satz zu machen, verwerfe die Idee jedoch, da die Distanz doch etwas kritisch ist und ich aufgrund des Matsches garantiert ausgerutscht wäre. Alternative: Schuhe ausziehen und einfach durch. Ein kurzer Blick auf mein Handy verrät mir, dass keine Zeit für weitere Überlegungen bleibt, noch 1%. Also: raus aus den Puschen, Schuhe hochheben, Schuhe in den Matsch schmeißen…. Warte mal, das war nicht der Plan…. egal. Durch das Wasser waten und irgendwie durch das glitschige Ufer auf die Straße kommen. Und das keine Sekunde zu früh, gerade als ich mich entschließe, barfuß weiterzugehen, schaltet sich mein Handy aus.

Wunderbar! Auf der Straße war das kein Problem, nicht viele Steine und relativ frei von bissigen Insekten. Zudem hatte ich eine Fußschutzschicht aus Schlamm.

Als mein Weg mich jedoch auf einen kleineren Pfad mit vielen kleinen Stöcken führt, fällt mir ein, dass mein Kindle (notwendig, kein Luxus, wenn man vor Langeweile nicht sterben will) noch einen gefüllten Akku hat. Da ich recht wenig Lust auf einen Pfahl im Fuß wie in der Verfilmung von Tschick hab, drehe ich das Display voll auf; neue Taschenlampe gefunden. Dem Stolpern ist dennoch kein Abriss getan und nach der Überwindung der wohl größten Pfütze in der Küstenregion Kenias ziehe ich meine Schuhe wieder an.

Zum Glück nimmt mich ein Motorradfahrer für die letzten 10 Minuten mit, ich komme also rechtzeitig zum Abendessen nach Hause, muss mich allerdings erstmal umziehen. Sorry, dass es keine Fotos gibt, aber mein Handy war aus, remember?

Heute (Donnerstag) gab’s eine Lehrerkonferenz, etwas wirklich spannendes ist nicht passiert.

Jo, Bye! Schönen Tag noch!

Oh mein Gott ist das schön da!

Meine Meinung zu Taita: siehe oben!

Von Donnerstag bis Samstag war Taita, genauer gesagt Mghange Dawida, in dichten Nebel mit wunderbar viel kaltem Regen gehüllt. Wir konnten endlich Berge sehen und auf und ab laufen. Das führte dazu, dass kurze Strecken, über welche man sich in Taveta keine Gedanken macht, zu einer matschigen Kraxelei werden. Auf der anderen Seite war alles.grün und nicht braun/rot.

Meine Schuhe nach einem klitzekleinem Ausrutscher

Wir sind wahnsinnig viel gelaufen, haben am Freitag die Projekte unserer Freunde besucht und sind noch ein wenig mehr gelatscht.

Am Samstag ging es auf eine zwei Stunden Wanderung zur nächst größeren „Stadt“, Wundanyi. Dort gab’s Mittag (Chapati <3), danach haben wir einer dort lebenden deutschen Studentin einen Besuch abgestattet, welche hier ein Semester lang einen Workshop für Solarzellen/Wassererhitzer o.ä. am Laufen hält.

Von einem kleinen Berg in Wundanyi aus hatten wir eine grandiose Aussicht auf die umliegende Landschaft, da die Wolken sich langsam verzogen hatten.

Aus Mitleid mit unseren Füßen haben wir für den Rückweg ein Matatu genommen, in der Retrospektive ein schwerer Fehler. Ich hatte weder ein Problem damit, dass der Kleinbus mehr als geschaukelt hat, als er sich durch die zugematschten Straßen gewängt hat, noch damit, dass sich auf die für 15 Mitfahrer“innen vorgesehenen Sitze 21 Leute gequetscht haben.

Durch diese Fahrt wurde mir jedoch erneut vor Augen geführt, wie brutal grauenhaft die Musik hier ist! (Natürlich, kann man nicht so pauschal sagen, mach ich aber trotzdem!)

Der Besitzer des Matatus hatte die grandiose Idee, die größten Lautsprecher zu organisieren, die er finden konnte, diese in die Wände des Wagens einzubauen und dann die Einstellungen so gründlich zu verhunzen, dass die Ohren sich selbst zuhalten wollen. Und dann kam die Musik: ich habe ein wenig was gegen sehr eintönige und einfach musikalisch unanspruchsvolle Musik (man findet allerdings nichts anderes als Gospelsongs – so gemacht, dass jeder nach Gutdünken mitsingen kann, oder Möchtegern-Rapper mit den gleichen drei Akkorden in gesamten Lied und einem von fünf verschiedenen Percussion Sets – nach dem Motto „der Bass muss f*****“ nur in kacke). Jetzt stellt euch mal letztere Option vor, nur dass irgendein psychopathischer Vollidiot die Songs mit Soundboard-Laserpistoleneffekten oder Sirenen hinterlegt, über die Tonspur spricht und, um den Grund zu nennen, der mich ernsthaft an Suizid hat denken lassen, zwei Lieder ohne Rücksicht auf unterschiedliche Tonlagen oder Geschwindigkeiten jedes einzelne Mal ineinander faden lässt! Über vier Takte! Und diese Kakophonie muss man alle drei Minuten in einer Lautstärke ertragen, die einem den Sitz vibrieren lässt.

Ich glaube ich hab mich genug aufgeregt. Der Sonntag war wieder sehr entspannt. Ich habe mir auf einem Markt in Mghange ein Spannbettlaken gekauft, da ich, seit einer meiner Gastbrüder wieder hier wohnt, zuerst in meinem Schlafsack und dann auf einer Wolldecke auf der wirklich fragwürdigen Matratze gepennt habe. Nach einem kurzen Mittagessen und der Verabschiedung von der Gastfamilie, die uns so kurzfristig und unfassbar warmherzig noch zusätzlich aufgenommen hat, ging es wieder zum Matatu, auf nach Mwatate, umsteigen und zurück ins altbekannte und jetzt sehr fahl wirkende Taveta. Aber wenigstens ist es hier immer schön muckelig warm.

Erste Reise

Moin!

Heute nur ein kurzes Update, ich muss bald pennen. Heute Mittag ging es, begleitet von leichtem Nieselregen, mit einem Matatu (Kleinbus als öffentliches Verkehrsmittel) nach Taita. Nachdem wir, vermutlich durch die Dauerbeschallung durch den darin angebrachten Fernseher mit wirklich erstaunlich lauten und nur ganz dezent übersteuernden Boxen, unseren eigentlichen Umsteigeplatz verpassten und dann noch ein wenig länger brauchten, haben uns die Taita-Freiwilligen abgeholt und durch schlammige Trampelpfade zu den jeweiligen Familien gebracht.

Zwei Sachen sind dabei aufgefallen, die uns aus Taveta völlig fremd sind: Gras und Hügel, ja sogar Berge. Von letzteren haben wir nicht allzu viel erspähen können, da sie sich scheu hinter Wänden aus Nebel versteckt hielten.

Wir wurden sehr warm begrüßt, mit allem erdenklichen versorgt und haben uns dann nach einer Runde Kartenspielen und dem Abendessen in die Federn gehauen.

Und jetzt sag ich nur noch: Gute Nacht!

Reeeeegen!

So langsam möchte man meinen, dass ab und an echt die Welt untergeht, die Regenzeit legt nämlich einiges an Gewalt zu. Die zehn bis zwanzig minütigen Schauer verwandeln sich auf den Wellblechdächern in Trommelfeuer einer schwemmenden Verdammnis. Zudem fällt jedes Mal, wenn es regnet, der Strom aus und an Trinkwasser ist nach einer durchstürmten Nacht sowieso nicht zu denken, duschen und waschen muss man also auf einen anderen Zeitpunkt verschieben.

Und das sind nur die Probleme, wenn man es zeitig unter ein Dach geschafft hat. Wird man von einem dieser himmelsstammenden Ersäufnisse unterwegs (auf den Barabaras, Lehm-/Erd-/Steinstraßen) überrascht, dann ist man so schnell nass, dass man gar nicht: „Och Manno, ich habe meine Regenjacke gar nicht eingepackt“ sagen kann.

Die Straßen werden heimtückisch, jede Stelle kann rutschig sein, kleine Gräben, durch welche man zuvor einfach durchgelatscht ist, werden zu roten Bächen. Von dem nicht gerade säubernden Effekt des Schlamms auf die Sauberkeit der Klamotten ganz zu schweigen.

Wie läuft’s ansonsten bei mir so? Wir haben jetzt drei zwei Wochen alte Katzenbabys! Die sind so süüüüuß!

Am vergangenen Freitag besuchten uns in der Schule Mitglieder von World Vision, der, was einmal googlen ergeben hat, größten christlichen NGO, welche unsere Bibliothek gestiftet hat. Es wurden ein paar Kinder gefragt, wie ihnen die Bibliothek gefällt und wie sie sie in der Schule unterstützt. Auch ich hab mich kurz zu Wort gemeldet, immerhin kümmer ich mich um den Kram.

Gestern ging’s nochmal zum Markt und in die Stadt, Gurken kaufen, Hosen nähen lassen und einen Fußball für die Schule abholen.

Ich benutze mittlerweile keine Boda-Bodas mehr, sondern laufe eingentlich überall hin. Wenn es jedoch zu weit ist…..das verrate ich am besten nicht.


Das wär’s erstmal von mir!

Bye Bye

Schlossschwierigkeiten

Ich hab ja kein Problem mit meiner Schule, es macht mir sogar sehr viel Spaß täglich meine Kolleg*innen und die Schüler*innen zu treffen, über interessante Themen zu quatschen und nach der Schule ein, zwei Spiele zu spielen, aber ich freue mich gleichzeitig schon sehr auf die Ferien. Es scheint so unfassbar, dass ich jetzt schon sechs Wochen hier bin, in zwei Wochen geht das kenianische Schuljahr zu Ende. Mit meiner Gastfamilie ist schon abgeklärt, dass ich dann quasi von Anfang November bis Weihnachten nicht zu Hause sein werde, also dem steht nichts im Wege.

Ich begegne der Aussicht, mal etwas anderes zu sehen als das mittlerweile schon altbekannte Taveta. Die anderen Freiwilligen, welche über die gesamte Weite von Kenya verstreut sind, zu treffen wird fantastisch werden!

Einen kleinen Vorgeschmack werde ich nächste Woche haben. Kommenden Donnerstag werden wir nach Taita fahren und die beiden dortigen AFSlerinnen besuchen. Endlich wieder Gras und Hügel sehen! Taveta ist halt leider einfach braun/rot und flach. Keine Sorge das ist bezüglich der Arbeitszeiten alles abgeklärt; Hakuna shida.

Sonnenuntergang über Taveta

Gestern Morgen hat mich mein (45 Jahre alter) Gastbruder ausversehen in dem Gästehaus, in welchem er im Moment ebenfalls pennt, eingeschlossen. Mein Handy hatte kein Netz, also habe ich erstmal 25 Minuten lang versucht mit einem Metalstück durch einen zehn Zentimeter hohen Spalt in der rechten Unterseite der Tür den Riegel (das Schloss war nicht dran, nur der Riegel vorgeschoben) aufzuhebeln. Den halben Weg habe ich geschafft, dann wurde der Winkel so ungünstig, dass an weiteren Fortschritt nicht zu denken war. Ich habe also erneut versucht, meine Gastmutter anzurufen und dieses Mal wurde ich erlöst.

Um 10 Uhr abends des gleichen Tags war mein eigentlicher Plan, schlafen zu gehen, allerdings war mein Gastbruder unterwegs und hat den einzigen Außenschlüssel mitgenommen/verschlampt. Ich habe ihn also angerufen, er war nach „fünf Minuten“ da (sehr dehnbare Zeiteinheit) und letztenendes haben wir das Vorhängeschloss sprengen müssen.

Heute war Moi-Day, ein Feiertag zu Ehren des zweiten Präsidenten Kenias, Daniel arap Moi. Also: keine Schule! Waschen, Gitarrespielen, Freunde treffen angesagt.

Das wär’s mal wieder von mir, schönen Abend noch!

Eingelebt!

Wow, jetzt ist man schon fünf Wochen in Taveta. Ich habe eine feste Tagesroutine, komme mit dem grundlegend sehr eintönigen Alltag immer besser zurecht, werde sicherer im Swahili und habe einen festen Ablauf im Projekt. Man könnte also sagen, ich bin so langsam echt angekommen.

Ich habe in den jetzigen Wochen morgens recht viel Zeit, da ich immer erst so um 10/halb elf in der Schule sein muss. Ich wache also auf, gammel noch ein wenig rum, lerne Swahili auf dem Handy und übe Gitarre. Wenn ich Wäsche waschen muss, ist das die perfekte Zeit. Dann trinke ich Tee beim Frühstück; ich würde jetzt sagen mit meiner Gastfamilie, aber meistens ist nur Babu da. Ich habe dem Boda-Boda fahren zur Schule abgeschworen, mit anrufen und auf den Fahrer warten brauche ich zu Fuß genauso lang und ich habe zusätzlich noch die Möglichkeit, einen Freund den ich hier kennengelernt habe und welcher genau auf meinem Arbeitsweg wohnt zu besuchen. Wir schnacken größtenteils über außergewöhnliche englische Worte und er erweitert meinen Wortschatz im Swahili.

In der Schule kümmere ich mich weiterhin um die Maktaba (Bibliothek) und das wird so langsam echt herausfordernd. Gleichzeitig ein System in die Regale zu bringen, Bücher zu reparieren und auch noch die Schüler davon abzuhalten, sich gegenseitig umzubringen, (an Ruhe herstellen ist gar nicht zu denken) bringt Multitasking auf ein neues Level. Nebenbei versuche ich mich als Netzwerktechniker, indem ich mich daran abmühe den Router, den meine Schule vom Ministerium zur Verfügung gestellt bekommen hat, zum Laufen zu kriegen. Momenter Status: klappt nicht.

Katzenmutter und Katzenbabys (das links isst gerade eine Maus)

Nach der Schule treffe ich mich Recht häufig mit Heiner und Julius, kaufe Kleinigkeiten ein oder schreibe eine Kurzgeschichte / ein Gedicht. Bei uns zuhause ist der Fernseher im Moment kaputt, das bedeutet leider nicht, dass jetzt wahnsinnig viel Konversation betrieben wird. Ich komme trotzdem ab und an auf meine Kosten, was tiefgründigere Gespräche angeht, aber grundlegend verkörpert die bloße Tatsache, dass wir, im Gegensatz zu vielen anderen Familien, nicht zusammen und noch nicht einmal alle an einem Tisch essen, wie es in meiner Familie mit gemeinschaftlichen Unterhaltungen aussieht.

Ich bin auf jeden Fall schon mega HYPED!!! auf das Reisen, aber fühle mich auch nicht so als würde ich hier komplett festsitzen und müsste sofort raus. Ist aber schon so, dass Taveta für einen achtzehntjährigen aus einer mittelgroßen Stadt in Deutschland Recht wenig in Sachen Freizeitgestaltung zu bieten hat. Dafür kann man super spazieren gehen, durch die Shambas und, aufgrund der beginnenden Regenzeit, an kleinen Flüssen entlang.

Ein Blick auf eine Shamba an einem sonnigen Tag
Weg entlang eines kleinen Kanals zwischen den Ackern in Taveta

Ach ja: die Kuhtitelbilder sind doch spitze, oder?

1 – Month Summary

Hi everyone!

It’s October the 2nd, that means I have by now been in Taveta for 31 days. So it’s time for a recap, in English so I can keep training since I fear a serious corruption of my vocabulary and grammar here.

I am staying with a host family, my „baba“ is 87 years old and, if I may say it like that, a lovely ol‘ fellow. My hostmother is thirty years younger and always good for a calm talk about our differing views and values. I am living in a guest room, about 50 meters from the house of my family away. That is something I came to appreciate dearly, since I can have my peace when I want to and don’t feel like all eyes are on me all the time (because that’s the case pretty much everywhere else).

My project is the St. Patrick Kimala Primary School, about twenty minutes by foot from my house. The first two weeks I was allowed to teach Physical Education and Creative Arts, but until the exams this year are over I refrained from doing so and taken over the responsibility for the library. The first couple of days this has been quite monotonous and boring even, but this week the pupils have developed a sudden interest in literature and I am working on sorting and systemizing the books, so I am quite busy now.

After school I regularly meet with other German volunteers in Taveta and we exchange our ideas, issues and plans. Here you have to make a considerable effort to stay busy when you are not at work, since there is pretty much nothing going on here. I play lots and lots of guitar, taken up running again and I devour one book after another. I am slowly connecting to other people living in Taveta, but my personal experience so far has been that you, as a person of light skin colour, are very often met with an expectation of wealth to the extent of absolute abundance. „No, I don’t want to give you money, I don’t know you! I don’t want or can fund your business neither.“ – Has happened to me on multiple occasions.

The living conditions are quite different from what I am used to, but it has been absolutely no problem accommodating to the different way of showering, eating etc.

That but be it for the time being, gotta catch a little sleep. If you got any questions, corrections on proper speech or own ideas about any of the topics I wrote ‚bout, feel free to leave a comment.

Bye bye! Tutaonana!

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