Oh nooooo! Der Mittwocseintrag, der jetzt immer donnerstags kam, hat sich auf Samstag verspätet. Tut mir echt leid, hatte gleichzeitig ein bisschen viel um die Ohren, keine Zeit und eine Art Selbstschutz vor „Überarbeitung“, sodass ich beim kleinsten Gedanken an den Blog sofort abgelenkt wurde.

Aber jetzt ist es so weit, ich hoffe ich habe es mit viel Vorfreude zu tun. Was ist so die letzten Tage passiert?

Am Dienstag morgen sind wir laufen gegangen, meine Second-Hand-Schuhe sind auseinander gefallen, aber wir haben einen Berg erklommen und die großartige Aussicht über Bungoma genossen. Den Großteil des Tages haben wir mit den Bungoma Leuten ihrem Zweitprojekt einen Besuch abgestattet. Da sie in ihrem eigentlichen Projekt „nicht ganz so viel“ zu tun hatten, haben sie sich eine zweite Einsatzstelle gesucht, ein Programm, das sich für Frauenrechte in Form von Ausbildunhskursen und Gesundheit mithilfe von Tests und Behandlungen gegen Sandflöhe einsetzt.

Das Tagesprogramm war, Familien, deren Kinder finanziell unterstützt werden, damit sie zur Schule gehen können, zu besuchen und deren Lebensbedingungen zu überprüfen. Basierend darauf werden dann Gelegenheiten für neue Fördermöglichkeiten gesucht.

Die Familien lebten in sehr unterschiedlichen Konstellationen und Standards, aber der Durchschnitt war mindestens vier Leute in einem Zimmer, keine Toilette/Plumpsklo, sondern das der Nachbarn wird benutzt und Küche ist gleichzeitig Schlafzimmer.

Am Nachmittag haben wir Lebensmittel für Mittwoch Abend gekauft, da wir dann für Jula’s Gastfamilie gekocht haben.

Der Mittwoch selbst war sehr entspannt, wir waren wieder in Igor’s Corner, haben Unkraut gejähtet, Kaninchen gefüttert und den Rest des Vormittags Karten gespielt. Jana hat schon erwartet, dass wir eventuell ein wenig unterfordert sein könnten, sie ist also in der Zeit in die Stadt gefahren und hat sich Braids (geflochtene Kunsthaare, sind voll in) machen lassen.

Das gemeinsame Essen war echt schön, es gab Süßkartoffelcurry mit Reis, nur ohne Schärfe, da Jula’s Mom die nicht verträgt. Dem Gericht wurde von der Gastfamilie trotzdem vorsichtige Skepsis entgegengebracht. Die Söhne schoben das Gemüse in der wirklich leckeren Soße hin und her, als würden sie fauligen Seetang essen (Ich weiß auch nicht, wie ich gerade darauf gekommen bin).

Donnerstag war dominiert von der Matatufahrt nach Nairobi, acht Stunden pures….naja. In der Hauptstadt angekommen haben wir ein wenig die Käsetheke in der nahegelegenen Mall zu unserem Airbnb bestaunt, fett eingekauft und haben die anderen Freiwilligen begrüßt, die sich dieses Wochenende alle versammeln.

Da war Freitag schon ereignisreicher. Nach einem grandiosen Frühstück wollten einige eine Free-Walking-Tour machen, der Guide ist allerdings nicht aufgetaucht. Also mussten wir auf eigene Faust planen, haben uns in ein Café gesetzt und die National Archives, das Kenyatta International Convention Center und den Uhuru Park besucht.

Die National Archives waren ein wahrer Glückstreffer, wir haben nur 200 KSH (unter 2€) Eintritt bezahlt und dafür eine einstündige Führung durch die verschiedenen Kunstwerke, Plakate, Zeitungsartikel und Waffen bekommen, die uns einiges über die Geschichte Kenias und ausgewählter Stämme, sowohl in Kenia als auch in z.B. Uganda, Nigeria und Tanzania beigebracht hat.

Der KICC ist eines der höchsten gebäude Nairobis, ein runder, 27-stöckiger Turm mit einem Kuppelgebäude nebenan. Es wird gemunkelt, der Architekt hat sich von dem Glied eines Esels inspirieren lassen, ich urteile an dieser Stelle mal nicht darüber, macht euch selbst ein Bild.

Dort kann man in den höchsten Stock fahren und auf das Dach klettern. Dort ist eine, einem Hubschrauberlandeplatz ähnliche, Plattform, auf der sich sehr gut eine halbe bis ganze Stunde mit gucken, Fotos schießen oder einfach Musikhören verbracht werden kann.

Der Uhuru Park ist einfach nur grün und echt ganz nett. Punkt.

Nach einiger Verwirrung, wie wer was zu Abend isst, haben wir beschlossen noch ‚ein wenig‘ feiern zu gehen. In den ersten Club durften wir nicht rein, 21+ und streng kontrolliert, also auf zum nächsten, einem uns empfohlenen Club, der sich dann als Bar entpuppt hat, in der jemand in der 80er Kiste die falsche Schallplatte erwischt hat. Nächste Station, Bar mit schlechter Stimmung, Ambiente und nur Säufern, also letzte Chance, ein Club im 11ten Stock eines Hochhauses. Und endlich einmal Glück gehabt. Die Musik war vielleicht nicht komplett mein Stil, aber endlich gab es mal eine gefüllte Tanzfläche und etwas (teilweise) anderes als scheppernde Synthesizer Beats mit noch schlechteren Rappern und abgrundtief beschissenen Texten auf Swahili. Meine Devise: drei Stunden durchtanzen und danach verschwitzt aber glücklich ein Uber zum Airbnb nehmen.

Der Samstag morgen war leider nicht ganz so angenehm. Nein, ich hatte keinen Kater, hab am Abend vorher nichts getrunken, allerdings gab es ein Missverständnis mit dem Airbnb Betreiber, er hat unsere Reservierung nämlich einfach ignoriert. Dadurch hatten wir anstelle von 9 Räumen für jeweils zwei Personen leider nur 4. Für uns kein Problem, Schlafsack raus, irgendwo noch ne Matratze her und fertig, leider hat uns um 9:00 morgens der Vermieter eröffnet, er würde jeden rausschmeißen, der nicht in einem Bett schliefe, tolerierte gleichzeitig aber keine drei Personen in einem Doppelbett. Wir starteten also eine Protestaktion und sind kurzerhand alle raus. Jetzt sind wir in nem normalen Hostel, und mal schauen.

Man riecht sich, Bye.

Veröffentlicht von julian

Hi, I'm Julian (18yo) from Germany and currently staying in Kenya for a year.

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten