Ich glaube, jetzt bin ich langsam echt auf einen Post pro Woche umgestiegen. Tut mir wirklich leid, aber so viele mehr schlechte als rechte Gedichte kann ich gar nicht schreiben, wie es für den Doppelrhythmus notwendig wäre.

Die letzte Woche habe ich zwar wieder in Taveta verbracht, es jedoch nicht wirklich Alltag, da ich Jula aus Bungoma als Gast hatte. Am Donnerstag und Freitag hat sie mich in die Schule begleitet, ich habe ihr ein wenig von den Eigenheiten meiner Kolleg*innen erzählt, und wir sind verdammich viel spazieren gegangen. Am Samstag haben wir zusammen mit Heiner und Jana den Markttag ausgenutzt, viel zu viel Geld für Stoffe und second hand Klamotten ausgegeben und sind danach noch für zwei Billardspiele nach Town gefahren (die Möglichkeit hat Heiner vor einiger Zeit entdeckt; es ist auf jeden Fall ein Ort, dem ich noch das ein oder andere Mal einen Besuch abstatten werde).

Tavetas „soko juu“ (upper market)

Der ursprüngliche Plan für Sonntag war, dass wir, mal wieder, zum Lake Challa laufen und dort einen schönen Tag verbringen. Das hielt das Wetter für eine schlechte Idee; es hat den gesamten Vormittag durchgeregnet (und dabei soll es gerade brütende Trockenzeit sein, danke Klimawandel). Der Alternativplan war ein Spielenachmittag, jedoch wollten Jula und ich sowieso Michael (meinen besten Freund in Taveta) besuchen, und sind letztenendes fünf Stunden lang, mit einigen Pausen, mit ihm durch die Shambas ([kisw]=Farmen) gelaufen.

Das war auch nochmal ein komplett anderes Taveta, als das, was ich bisher kennengelernt habe. Michael selbst ist Farmer und besitzt einige Shambas, daher kannte er sich in der Gegend wahnsinnig gut aus und konnte uns allerlei Menschen vorstellen. Natürlich kommt man sich in diesen Situationen immer sehr wie auf dem Präsentierteller vor und muss sich sehr darüber im Klaren sein, wie man auf die Gegenüber wirkt, beziehungsweise wie man diese selbst wahrnimmt. Michael ist jedoch in der Lage, gut zu erkennen, wann sich eine Person unbehaglich fühlt und kann die entsprechende Situation mit bewundernswerter Eleganz auflösen. Zudem konnten Jula und ich an diesem Tag ein gewisses Maß an uns unangenehmer Aufdringlichkeit ertragen.

Tja, ich melde mich wieder, wenn’s mal was wirklich spannendes zu erzählen gibt, gute Nacht!

Veröffentlicht von julian

Hi, I'm Julian (18yo) from Germany and currently staying in Kenya for a year.

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2 Comments

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  1. Juls und Julian… Das muss doch für das ungewohnte Ohr recht verwirrend klingen. Habt ihr dazu Kommentare bekommen. Wenn ihr im Doppelpack unterwegs wart?

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    1. Ich bin hier häufig als „Nik“ unterwegs, da Julian (Englisch ausgesprochen) hier ein Frauenname und ständig für Verwirrung sorgt, daher ging es diesmal.
      Meine Gastmutter hat allerdings gar nicht mehr durchgeblickt, die konnte sich schon monatelang meinen Namen nicht merken.

      Und mit den Namen wird es nur noch komplizierter, denn in der Freiwilligengruppe haben wir noch eine Jana, Julia und Jo-Ann, und weil das nicht genug ist zudem noch Anna und Anni.

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