Nicht viel passiert

Jo. Ich habe weiterhin nicht viel gemacht, gelesen (jetzt „The Time Machine“ von H.G. Wells halb durch, ein neues Hörbuch angefangen, „Crown the Empire“ und „Casper“ gehört und ein wenig geschrieben. Weil sonst der heutige Tag ein wenig mager ausfallen würde, lade ich gleich noch nen Gedicht hoch. Wenn ihr es seht wisst ihr ‚eventuell‘ schon, worum es geht.

Heute war der spannendste Tag, ich habe Ziegen gehütet, unser Hund hat sie vom Hof gescheucht und ich bin eine dreiviertel Stunde im Dornengebüsch herumgesprochen, um sie wieder einzufangen. Am Nachmittag habe ich ein Projekt in die Realität umgesetzt und einen improvisierten Boxsack gebastelt:

„Boxsack“

Ich hoffe, dass es damit nicht so verläuft, wie mit 80% aller Fitnessstudio-Anmeldungen (lange gesagt: „Muss ich wirklich mal machen“, dann groß hinausposaunen, wenn man sich dazu hingerungen hat und nur 1× tatsächlich durchziehen). Auf jeden Fall war das Aufhängen auch nen ordentliches Workout, ich hätte nie gedacht, wie schwer so ein Sack voll Erde ist.

Das war’s auch schon, auf Wiedersehen.

Nicht schon wieder krank

Die Fahrt mit dem Zug von Mombasa nach Voi hat sich echt gelohnt! Es war letztenendes gleich teuer wie eine Mombasa-Taveta Matatufahrt, ging aber mindestens vier Stunden schneller. Dadurch bin ich Montag Mittag schon zu Hause angekommen, hab meinen Rucksack abgeladen und meine Familie begrüßt und dann ging es erstmal ans Waschen, Juhuuu.

Damit war der Tag dann auch gelaufen, auf das Ugali hier habe ich mich um ehrlich zu sein nicht so wirklich gefreut, da habe ich schon besseres gegessen, aber man isst, was man kriegt, nicht?

Da verlief der Dienstag schon ereignisreicher. Noch vor dem Frühstück habe ich dabei geholfen, ein wenig Rasen umzupflanzen, damit unser Hof etwas grüner wird.

Hand nach dem Pflanzen

Irgendwann am frühen Mittag hab ich mich zu Fuß in die Stadt begeben (ca. 1 1/2 Stunden Fußweg, meinem Bein ging es fast wieder ausgezeichnet), habe neuen Mückenschutz gekauft, der einem hier, obwohl es in Taveta kein Malaria gibt, einen Haufen Nervereien erspart, und meine Schuhe reparieren lassen.

Am Mittwoch Morgen hab ich dann erkannt, dass ich den Spaziergang lieber hätte bleiben lassen. Mein Bein hat so stark gekrampft, dass ich beim Aufstehen fast in mich zusammengefallen wäre. Dementsprechend habe ich den Rest des Tages auf Paracetamol verbracht, konnte allerdings wenigstens noch etwas nützliches tun und den Vortag gepflanzten Rasens bewässern/ertränken.

Für Donnerstag und Freitag gilt das leider nicht, leichtes Fieber und Kopfschmerzen überzeugen mich davon, mit Sport oder Farmarbeit auf meine komplette Genesung zu warten, gleichzeitig ist der Schmerz im Bein abgeschwollen und die erhöhte Temperatur ist genau dann abgeflacht, als ich beschlossen habe, zum Arzt zu gehen, also fiel das weg. Ob das die richtige Entscheidung war, wird sich noch zeigen. Dafür hatte ich die letzten Tage sehr viel Zeit zum lesen, habe die Jahrhundert-Triologie von Ken Follett fertig, vielleicht schreibe ich dazu mal ne Rezension, dann gestern „In Achtzig Tagen um die Welt“ von Jules Verne und heute „Erebos 2“ von Ursula Poznanski inhaliert. Mal schauen, was mein nächstes Opfer wird, aber vielleicht bin ich morgen ja wieder in einer Verfassung, in der ich mich ein wenig bewegen kann.

Alles gute und viel Spaß, ich hoffe, ihr hattet eine spannendere Woche als ich, Bye Bye.

Palmenstrand

Am Donnerstag morgen haben wir den Plan gefasst, kaum in Taveta angekommen, am kommenden Tag (Freitag für die ganz ’smarten‘ – die Formulierung ist irgendwie hängen geblieben, alles ist smart) schon wieder loszufahren. Zwar nur für’s Wochenende, aber dadurch hatten wir schon das Problem, dass nicht genügend Zeit blieb, den angestauten Berg an Dreckwäsche wenigstens anzukratzen. Donnerstag morgen haben wir es trotzdem versucht, waren dafür allerdings ein wenig dem Zeitplan hinterher und schon anfänglich erschöpft. Wir hatten für den Tag große Ziele: erinnert ihr euch, werte Leser*innen, an den Lake Challa, den ich jetzt schon zwei Mal (hier habe ich vom ersten Mal erzählt) besucht habe? Diesmal wollten wir hinlaufen.

Den wahnsinnig komplizierten Weg kennen wir mittlerweile ja, nachdem man das Dorf verlassen hat, geht es eigentlich nur noch geradeaus, wir haben unabhängig voneinander für Proviant gesorgt, also hatten wir am Ende genug Toast, Mandazi (einfaches Teiggebäck) und Bananen für ein mehr oder weniger reichhaltiges Mittagessen am See. Mit unseren absolut stylischen Bandanas, die wir am Vortag auf dem Markt erworben hatten, sind wir knapp zweieinhalb Stunden durch die Hitze gestapft, haben uns unterwegs Bonbons gekauft, Musik gehört und versucht auf der sengenden Straße barfuß zu laufen. Larissa hat er fünfzehn Minuten durchgehalten (Mein Vergleichswert: 1 Minute, meine Füße sind ja mal so gar nicht abgehärtet), sie hatte am nächsten Tag jedoch eine Brandblase auf der Sole.

Schließlich konnten wir erneut das erhabene Spiegelblau des Challa Sees bestaunen, und haben uns für einige Stunden in den Schatten der Bäume gelegt, gequatscht und unsere Vorräte vernascht. Gegen Ende sind Jana und ich noch mal in den See gehüpft, die Gelegenheit kann man einfach nicht auslassen.

Ein Boot, von dem wir mit einem Augenzwinkern vermuten, das es Kram aus Tansania schmuggelt

Für den Rückweg haben wir uns Bodas gerufen, es wurde schon spät und wir sollten zu Hause sein bevor es dunkel wird (wir sind keine zwölf mehr, aber im Umgang mit der Gastfamilie muss man manchmal echt einstecken können). In Town haben wir noch schnell Schuhe von unserem Lieblingsschuhmacher reparieren lassen und die Tickets für den Bus am nächsten Morgen gekauft, bevor wir nach Hause gefahren sind und für meine Familie ein vegetarisches Curry mit Avocado und Zucchini Anteilen, aber dafür ohne Curry, gekocht haben. Es wurde so semi-begeistert angenommen, ohne Ugali am Abend wird man nicht satt, deshalb hat sich James, einer der Erntehelfer meiner Familie, einen zweiten, randvoll gefüllten Teller Ugali geholt. (Hab ich schonmal erklärt, was Ugali ist?)

Am Montag „Morgen“ um 10 Uhr standen Jo-Ann, Larissa, Jana und ich an der Straße und warteten auf den Bus nach Mombasa, von wo aus wir nach Diani Beach weitertuckern wollten. Jana hat uns dabei nur tschüss gesagt, sie war für Sonntag auf eine Hochzeit eingeladen und wollte das selbstverständlich annehmen. Die Busfahrt nach Mombasa verlief größtenteils ruhig, aber ereignislos. Ein kleines Mädchen, das einen Platz vor mir saß, hat für ein wenig „Auflockerung“ gesorgt, indem es zwischendurch angefangen hat, rhythmisch mit dem Kopf gegen ihren Sitz zu donnern, und, etwa eine Stunde vor dem Ziel, auf den Boden des Busses gekotzt hat. Lecker. Die Mom daneben auch nur so: immer schön den Kopf vorne halten, damit du dich nicht auf dich selbst sondern auf die Füße der Person hinter dir (wer war das gleich, ach ja…. Ich!) übergibst, hat dann aber keinerlei Anstalten gemacht, das Fenster zu öffnen oder ein bisschen sauber zu machen. Geschweige denn, nachzudenken und im Vorfeld eine Tüte mitzubringen.

Sobald wir dieser stinkenden Hölle entkommen sind, haben wir noch ein paar Kleinigkeiten in Mombasa erledigt, bis wir dann mir einer sensationell überfüllten Fähre eine Einbuchtung überquert haben.

Der falsche Weg zur Fähre, wir mussten umdrehen und nen 300 Meter Umweg gehen

Von dort aus haben wir dann ein Matatu nach Diani Beach genommen, auf dem Weg zeitgerecht wie eh und je die Unterkunft gesichert und sind komplett im Eimer um 18:30 angekommen. Wir haben es irgendwie geschafft, dass das günstigste Zimmer, welches wir gefunden haben, da die Couchsurfer und Airbnbs sich nicht gemeldet haben, für einen völlig annehmbaren Preis einen Balkon, eine Dusche, fünf Minuten zum Strand, gemeinsame Küche plus Kühlschrank und einen Pool! beinhaltet hat. (Außerdem waren wir die einzigen Gäste im Haus, hatten also das Paradies für uns). Den restlichen Abend waren wir für nicht mehr viel zu gebrauchen, wie haben uns noch Jogurt als Abendessen gekauft und ab ins Bett.

Der Samstag morgen war leider nicht ganz so erfreulich, Larissa und Jo-Ann haben mich ins örtliche Krankenhaus begleitet, wo ich mir nach zwei Stunden warten Paracetamol für auftretende Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und allgemeine Zermatschtheit habe aufschwatzen lassen. Den Nachmittag sind wir an den Strand gegangen, ich habe mich unter einen Felsen gelegt und abwechselnd gelesen und geschlafen, während die anderen beiden spazieren und schwimmen gegangen sind. Ich führe gar nicht erst aus, wie unbeschreiblich schön der Strand war, schaut es euch einfach selbst an:

Die Sicht auf Diani Beach aus unserem improvisierten Verschlag heraus

Samstag Abend wurde ganz amüsant, wir haben Larissa mit zwei Nagelscheren die Haare geschnitten und dann noch Karten gespielt. Der Sonntag folgte einem ähnlichen Muster wie Samstag, nur ohne einen unangenehmen Gesundheitszwischenfall. Dieses Mal bin auch ich schwimmen gegangen, wir waren an einer anderen Stelle, wo wir, im Gegensatz zum vergangenen Tag, nicht die ganze Zeit von Kokosnuss-Verkäufern angequatscht wurden. Dort haben wir uns einen Unterstand aus Ästen und unseren Tüchern gegen die erbarmungslos brutzelnde Sonne gebaut. Gegen Abend wurden wir Zeugen, wie zwei ruhestandsnahe Pariserinnen mit ca. 30 Jährigen Kenianern angebändelt haben, echt ekelhaft. Wir hatten vor, an dem Abend früh ins Bett zu gehen, da wir am nächsten Morgen um vier Uhr aufstehen und uns für den Zug (der ist viel besser als der Bus) fertig machen mussten, jedoch haben wir es weder geschafft, den Abend früh zu beenden, noch am nächsten Morgen vor fünf aufzustehen, den Zug haben wir trotzdem gekriegt.

Das war mein Wochenende unter den Palmen, auf dem Strand und an den Wellen bei 32°C. Ach ja, frohen ersten Advent.

Home Sweet Home

Es ist echt überraschend, wie anders ich Taveta betrachte, jetzt da ich an so vielen anderen Orten war.

Meine Familie hat mich gestern wieder empfangen, als wäre ich gerade mal den Vormittag weg gewesen. Doch in meiner Abwesenheit hat sich einiges verändert. Manche Gebäude, an denen ich häufig vorbei gekommen bin, sind neu gestrichen worden, ich habe einige neue Verschläge entdeckt und, das prägnanteste Merkmal: durch den ganzen Regen sprießt es überall, was das Zeug hält. Plötzlich ist der Boden größtenteils grün, nicht braun.

Taveta erscheint so viel netter, nachdem man einmal richtig Nairobi oder Nakuru erlebt hat. Die Leute hier grüßen einen grundlegend auf Kiswahili, sie freuen sich ehrlich, wenn man sie anspricht und sind nicht so aufdringlich. Natürlich ist es ein sehr kleiner Ort, aber wir haben anscheinend nicht ganz so wenig, wie wir dachten: wir haben heute Jogurt entdeckt!

Meine Hostmom ist im Moment auf einer Reise nach Uganda, also haben wir sie nicht angetroffen, das Gastgeschenk (eine Ananas) von Jo-Ann und Larissa, den beiden Freiwilligen, die für ein paar Nächte bei mir übernachten, ging also an meinen Baba (Gastvater).

Heute sind wir zu einigen schönen Plätzen in Taveta gelaufen und mit Boda-Bodas gefahren. Wir haben einen Teil eines Kanalsystems angeguckt, wo einige alte Bäume stehen (Fun-Fact: die gehören der Regierung, wenn die also jemand beschädigt, ist das eine Straftat). Danach haben wir zum gemeinsamen Kochen morgen Abend eingekauft, haben Chapati im Stammlokal „Arusha’s Hotel“ gegessen und sind zum Njoro River gefahren, einem echt schönen Platz relativ in der Nähe, wo man sogar schwimmen kann.

Gegen Abend haben wir erneut versucht, den Sonnenuntergang zu beobachten, waren aber ein wenig zu spät und die Wolken schienen sich gegen uns verschworen zu haben, genau auf der Sonnenseite war der Himmel bedeckt.

Ich habe mein Versprechen gehalten und heute was rausgehauen, ich jubel innerlich geradezu. Gute Nacht!

Ich genieße die letzten Reisetage

Mist, schon wieder verspätet. Ich verspreche hoch und heilig, dass ich morgen was poste und dann wieder im normalen Rhythmus drin bin. (Eine gehässige Stimme in meinem Unterbewusstsein flüstert: Ha! Wer’s glaubt!)

Auf der anderen Seite muss ich halt immer drauf warten, dass genug passiert, sodass sich ein neuer Eintrag lohnt. Nach der dramatischen Wohnungskrise am Samstag haben acht von uns im Manyatta Backpackers Hostel eingecheckt. Das war meine erste Erfahrung in einem Hostel und die erste Nacht hab ich noch nicht wirklich viel vom ’normalen Flare‘ mitbekommen, da außer unserer Gruppe niemand sonst da war. Samstag Nachmittag habe ich mich einer dreiköpfigen Gruppe AFSlerinnen angeschlossen, die den Masai Markt besuchen wollten. Auf der Suche nach einer Bank ohne Abhebungsgebühren und dann dem Markt selbst wurden wir jedoch so hungrig, dass wir erstmal eine Pizza verschlungen haben.

Der Masai Markt (auch Maasai, Massai oder Maassai) war in der Nähe des KICC, nicht da, wo er auf Google Maps, unserer primären Orientierungshilfe, angezeigt wird. Dort findet man einen großen Haufen Stände, wo Masai, wannabe-Masai und ich-tu-noch-nicht-mal-so-als-wäre-ich-einer-Masai den Besuchern Schmuck, Kleidungsstücke, Decken, Holzfiguren, traditionelle Instrumente und Gemälde andrehen wollen. Die Vielfalt an dabei zum Einsatz kommenden Methoden hat mich echt überrascht. Am gewagtesten, aber auch am interessantesten, fand ich einen Verkäufer, der auf mich zukam und meinte, ihm gefalle mein Armband (ein x-beliebiges Werbegeschenk/Gummiarmband). Er schleppte mich zu seinem Stand und meinte, ich könne mir eines seiner Armbänder aussuchen und wir würden tauschen. Als ich mich für eines entschieden hatte, sagte er natürlich, ich müsse draufzahlen. Ready, Steady, Fight! Das feilschen geht los! Sein Startgebot 1000KSH (9€); ich: 250KSH. Hab’s am Ende für 300KSH bekommen, da bemerkt man mal, wie hart die normalen Touristen abgezogen werden. Zwei Minuten später hat ein anderer Verkäufer wieder auf eines meiner Armbänder (meine Handgelenke sind sehr stark behangen) gezeigt……

Lange habe ich es da nicht mehr ausgehalten, da man echt auffällt und Aufmerksamkeit auf sich zieht als 1,94 Meter großer, langhaarige Hellhäutiger (oder, um es für die unkomplizierter zu machen, die sich nicht mit Debatten über politische Korrektheit aufhalten wollen: Weißer).

Ich bemerke selbst, dass ich bezüglich Begrifflichkeiten etwas abstumpfe. Ich denke, ich werde mich mit der Terminologie, die ich nutzen will und die möglichst unverfänglich für meine Mitmenschen sein soll, mehr außeinander setzen, sobald ich nicht mehr jeden Tag darauf hingewiesen werde, dass ich ein mzungu (Weißer) bin.

Samstag Nachmittag konnte ich endlich mal wieder einfach nur rumhängen. Das hat mein Körper echt gebraucht.

Den Sonntag habe ich unabhängig von meiner Gruppe verbracht und bin mit einem Spanier, den ich im Hostel kennengelernt habe, ins Nairobi Arboretum, technisch gesehen ein großer Garten mit vielen verschiedenen Bäumen, gegangen.

Ein Pfad im Nairobi Arboretum

Im Anschluss daran haben wir erneut versucht den Masai Markt zu finden, wurden während der Suche allerdings auf der Straße angesprochen: „You looking for Masai Market? I show you Masai Market.“ Der Typ hat uns in den ersten Stock eines Innenstadrhauses gebracht wo ein Raum vollgestopft mit ähnlichen Waren, wie ich sie schon am Samstag gesehen hatte, war. Dieser Shop war natürlich der echte Masai Markt, wer würde jemals daran zweifeln. Wir hatten trotzdem Spaß damit, dem Verkäufer zu erklären warum wir denn heute nichts kaufen würden.

Der Montag war der Verlängerung des Visums beim Integration Office verschrieben. Es war auf jeden Fall interessant, sich zuerst eine Wartenummer zu ziehen, und diese dann komplett zu ignorieren und sich „aktiv anzustellen“.

Nach den Formalitäten haben wir uns eine Weile in den wahrscheinlich unangenehmsten Teil des Uhuru Parks gesetzt, danach haben sich drei Mädels der AFS Gruppe neue Piercings stechen lassen und ich hab mir ein Tattoostudio angesehen, nachdem ich kurz in einem Musikgeschäft verschwunden bin und zwei Gitarren angespielt habe.

Am frühen Abend habe ich mich in ein Matatu nach Kitengela, einem Städtchen etwas außerhalb gesetzt und habe für zwei Stunden meine Gastschwester Navo, ihren Mann und deren zwei Wochen alte Zwillinge besucht.

Und heute sitze ich im Bus nach Voi, von wo aus wir ein Matatu nach Taveta nehmen. Trautes Heim, Glück Allein. Abgesehen davon, dass die Person, bei der meine Freunde gestern die Tickets gekauft haben, für abends und nicht morgens gebucht hat, wir also Umbuchungskosten zahlen mussten, und wir den ersten Bus verpasst haben, sind wir voll entspannt, gemischt mit ein wenig Langeweile auf der sechs Stunden Fahrt.

Bye Bye!

Let’s Go Nairobi

Oh nooooo! Der Mittwocseintrag, der jetzt immer donnerstags kam, hat sich auf Samstag verspätet. Tut mir echt leid, hatte gleichzeitig ein bisschen viel um die Ohren, keine Zeit und eine Art Selbstschutz vor „Überarbeitung“, sodass ich beim kleinsten Gedanken an den Blog sofort abgelenkt wurde.

Aber jetzt ist es so weit, ich hoffe ich habe es mit viel Vorfreude zu tun. Was ist so die letzten Tage passiert?

Am Dienstag morgen sind wir laufen gegangen, meine Second-Hand-Schuhe sind auseinander gefallen, aber wir haben einen Berg erklommen und die großartige Aussicht über Bungoma genossen. Den Großteil des Tages haben wir mit den Bungoma Leuten ihrem Zweitprojekt einen Besuch abgestattet. Da sie in ihrem eigentlichen Projekt „nicht ganz so viel“ zu tun hatten, haben sie sich eine zweite Einsatzstelle gesucht, ein Programm, das sich für Frauenrechte in Form von Ausbildunhskursen und Gesundheit mithilfe von Tests und Behandlungen gegen Sandflöhe einsetzt.

Das Tagesprogramm war, Familien, deren Kinder finanziell unterstützt werden, damit sie zur Schule gehen können, zu besuchen und deren Lebensbedingungen zu überprüfen. Basierend darauf werden dann Gelegenheiten für neue Fördermöglichkeiten gesucht.

Die Familien lebten in sehr unterschiedlichen Konstellationen und Standards, aber der Durchschnitt war mindestens vier Leute in einem Zimmer, keine Toilette/Plumpsklo, sondern das der Nachbarn wird benutzt und Küche ist gleichzeitig Schlafzimmer.

Am Nachmittag haben wir Lebensmittel für Mittwoch Abend gekauft, da wir dann für Jula’s Gastfamilie gekocht haben.

Der Mittwoch selbst war sehr entspannt, wir waren wieder in Igor’s Corner, haben Unkraut gejähtet, Kaninchen gefüttert und den Rest des Vormittags Karten gespielt. Jana hat schon erwartet, dass wir eventuell ein wenig unterfordert sein könnten, sie ist also in der Zeit in die Stadt gefahren und hat sich Braids (geflochtene Kunsthaare, sind voll in) machen lassen.

Das gemeinsame Essen war echt schön, es gab Süßkartoffelcurry mit Reis, nur ohne Schärfe, da Jula’s Mom die nicht verträgt. Dem Gericht wurde von der Gastfamilie trotzdem vorsichtige Skepsis entgegengebracht. Die Söhne schoben das Gemüse in der wirklich leckeren Soße hin und her, als würden sie fauligen Seetang essen (Ich weiß auch nicht, wie ich gerade darauf gekommen bin).

Donnerstag war dominiert von der Matatufahrt nach Nairobi, acht Stunden pures….naja. In der Hauptstadt angekommen haben wir ein wenig die Käsetheke in der nahegelegenen Mall zu unserem Airbnb bestaunt, fett eingekauft und haben die anderen Freiwilligen begrüßt, die sich dieses Wochenende alle versammeln.

Da war Freitag schon ereignisreicher. Nach einem grandiosen Frühstück wollten einige eine Free-Walking-Tour machen, der Guide ist allerdings nicht aufgetaucht. Also mussten wir auf eigene Faust planen, haben uns in ein Café gesetzt und die National Archives, das Kenyatta International Convention Center und den Uhuru Park besucht.

Die National Archives waren ein wahrer Glückstreffer, wir haben nur 200 KSH (unter 2€) Eintritt bezahlt und dafür eine einstündige Führung durch die verschiedenen Kunstwerke, Plakate, Zeitungsartikel und Waffen bekommen, die uns einiges über die Geschichte Kenias und ausgewählter Stämme, sowohl in Kenia als auch in z.B. Uganda, Nigeria und Tanzania beigebracht hat.

Der KICC ist eines der höchsten gebäude Nairobis, ein runder, 27-stöckiger Turm mit einem Kuppelgebäude nebenan. Es wird gemunkelt, der Architekt hat sich von dem Glied eines Esels inspirieren lassen, ich urteile an dieser Stelle mal nicht darüber, macht euch selbst ein Bild.

Dort kann man in den höchsten Stock fahren und auf das Dach klettern. Dort ist eine, einem Hubschrauberlandeplatz ähnliche, Plattform, auf der sich sehr gut eine halbe bis ganze Stunde mit gucken, Fotos schießen oder einfach Musikhören verbracht werden kann.

Der Uhuru Park ist einfach nur grün und echt ganz nett. Punkt.

Nach einiger Verwirrung, wie wer was zu Abend isst, haben wir beschlossen noch ‚ein wenig‘ feiern zu gehen. In den ersten Club durften wir nicht rein, 21+ und streng kontrolliert, also auf zum nächsten, einem uns empfohlenen Club, der sich dann als Bar entpuppt hat, in der jemand in der 80er Kiste die falsche Schallplatte erwischt hat. Nächste Station, Bar mit schlechter Stimmung, Ambiente und nur Säufern, also letzte Chance, ein Club im 11ten Stock eines Hochhauses. Und endlich einmal Glück gehabt. Die Musik war vielleicht nicht komplett mein Stil, aber endlich gab es mal eine gefüllte Tanzfläche und etwas (teilweise) anderes als scheppernde Synthesizer Beats mit noch schlechteren Rappern und abgrundtief beschissenen Texten auf Swahili. Meine Devise: drei Stunden durchtanzen und danach verschwitzt aber glücklich ein Uber zum Airbnb nehmen.

Der Samstag morgen war leider nicht ganz so angenehm. Nein, ich hatte keinen Kater, hab am Abend vorher nichts getrunken, allerdings gab es ein Missverständnis mit dem Airbnb Betreiber, er hat unsere Reservierung nämlich einfach ignoriert. Dadurch hatten wir anstelle von 9 Räumen für jeweils zwei Personen leider nur 4. Für uns kein Problem, Schlafsack raus, irgendwo noch ne Matratze her und fertig, leider hat uns um 9:00 morgens der Vermieter eröffnet, er würde jeden rausschmeißen, der nicht in einem Bett schliefe, tolerierte gleichzeitig aber keine drei Personen in einem Doppelbett. Wir starteten also eine Protestaktion und sind kurzerhand alle raus. Jetzt sind wir in nem normalen Hostel, und mal schauen.

Man riecht sich, Bye.

Bungoma

Habt ihr mich vermisst? Sorry, dass ich mir den Eintrag wieder bis zum letzten möglichen Moment aufhebe, ich könnte jetzt behaupten, ich hätte keine Zeit gehabt, aber das würde der Wahrheit nur bedingt entsprechen.

Freitag Morgen hatten Jana und ich einen sehr entspannten Start in den Tag und haben uns recht spontan entschieden, was wir tun wollten. Schließlich haben wir festgestellt, dass wir zwar schon einige Tage in Kisumu verbracht haben, jedoch keinerlei Vorstellungen von den Ausmaßen hatten. Infolgedessen fuhren wir einfach mit einem Boda-Boda die Hauptstraße entlang, bis wir auf einer Hügelkette nördlich der Stadt waren und das gesamte Umfeld überblicken konnten. (Daher kommt das Bild von diesem Blogeintrag).

Am Nachmittag haben wir einen Markt besucht und ich habe mir ein wunderbar grässliches Hemd gekauft, welches ich allerdings sehr amüsant finde.

Am gleichen Abend haben wir uns einen Tisch an einer Lounge am See genommen und Live-Musik genossen. Ich habe einen schottischen Whiskey ausprobiert, nicht übel. Dann haben wir versucht, uns ins Nachtleben Kisumus einzufügen, leider relativ erfolglos, da die Musik halt einfach nicht geil ist, die Leute im Club eigentlich nur rumsitzen und trinken oder für einen Song aufstehen und auf der Stelle rumwackeln, denn: es gibt keine Tanzfläche. Und selbst wenn sich jemand dazu entschließt, sich endlich mal zu bewegen, dann wird es halt wieder nur: Frauen twerken Männer an, „grinding“ genannt.

Samstag war erneut ein Reisetag, dieses Mal als Vierergruppe. Die Leute an der Matatustage in Bungoma, unserem Ziel, sind komplett ausgeflippt, vier Wazungu auf einmal.

Dieses Mal kommen wir bei der Gastfamilie von einer AFSlerin namens Jula unter, sie hat grandioses Glück gehabt. Mit ihrem Baba kann man super offen über aktuelle Politik und Stand der Bildung/Gesellschaft reden. Auf der anderen Seite ist ihr Projekt eine ziemliche Flaute, da ihr dortiger Leiter der Meinung ist, ohne Sponsoren von außen, nicht arbeiten zu können, obwohl Jula und ihre AFS Kolleg*innen in dem Heilkraut-Community-Projekt ihm schon öfters Konzepte für kostengünstige Lösungen vorgestellt haben. Das kommt bei dieser Person leider überhaupt nicht an.

Wir haben die Aussicht über Bungoma einmal von einem Restaurant mit Hügelgelände und einmal von einem Berg, zu dem wir morgens gejoggt und dann raufgeklettert sind, regelrecht in uns aufgesogen.

Der Kirchgang am Sonntag Morgen lief sehr angenehm ab, auch wenn wir bei dem Gottesdienst auf Kiswahili und der lokal tribal language leider nicht so viel verstehen. Trotzdem herrschte eine angenehme Atmosphäre, ohne eine mir in manchen Kirchen Recht unangenehm auffallende Aggressivität zur Schau zu stellen

So, alles interessante für ein paar Tage aufgebraucht, macht’s gut

Bungoma is ’n Brett

El Stephano

Schon wieder am See

Irgendwie zieht es uns gefühlt zu jedem einzelnen See Kenias, der über die Dimensionen einer Pfütze hinausgeht.

Am Dienstag ging es nämlich nach Kisumu, gelegen am Victoria Lake. Kisumu ist die drittgrößte Stadt Kenias und so weit westlich gelegen, wie nur irgend möglich.

Mir gefällt die Stadt auf jeden Fall sehr! An einigen Stellen hat man eine wunderbare Aussicht auf den See, man kriegt hier so ziemlich alles, was man möchte und als Person heller Hautfarbe fällt man nicht so stark auf, wie es anderweitig der Fall war.

Im Großraum Kisumu gibt es drei Freiwillige von AFS, die besuchen wir im Moment, kommen jedoch bei einem Couchsurfer Host unter. Bei unserer Ankunft hat es geschüttet wie aus Eimern, kombiniert mit Sturmböen, sodass der Wind in einem 45° Winkel zum Boden fiel. Im ersten Moment des Besuchs des Couchsurfers waren wir ein wenig geschockt, da die gesamte Front und das Erdgeschoß des Hauses sich noch im Bau befindet. Der Eingangsraum ist eine Betonwüste, davon haben wir am ersten Abend jedoch nichts mitbekommen, da er komplett unter Wasser stand.

Die Wohnung selbst scheint jedoch die luxuriöseste zu sein, die wir bisher gesehen haben. Zu der temporären Ausrüstung hier zählt: WIFI, ein Ofen, ein Kühlschrank und eine Warmwasserdusche. Jana und ich kochen die meisten Abende, um dem Gastgeber etwas zurückzugeben.

Was haben wir bisher alles so gemacht?

  • Wir sind in einem Swimmingpool eines Hotels schwimmen gegangen
  • Frittierte Kartoffeln gegessen
  • In den Malls geshoppt (größtenteils nach Körnerbrot)
  • Am Lake Victoria gesessen
  • Das Nationale Museum von Kisumu besucht. <- Das war echt grandios

Morgen versuchen wir vielleicht eine Hippotour zu organisieren, den Markt zu besuchen und hören uns am Abend Live-Musik an.

Das Titelbild ist übrigens illegal, die Brücke die man da sieht ist Government Property und das darf man nicht fotografieren, also verratet es niemandem. Wenn ich ein schöneres Bild schieße, tausche ich es aus. Edit: Jetzt ist das Titel eine vollkommen gesetzkonforme Panoramaaufnahme von Kisumu. Wäre ja auch schade, wenn das hier gesperrt wird.

Am Samstag geht es nach Bungoma, was wir da vorhaben, wissen wir noch nicht wirklich.

Das wär’s auch schon wieder, viel Spaß noch!

An der Tag-/Nachtgrenze

Moin! Der Sonntagsreport kommt wie immer pünktlich am Montag Abend, sorry an alle sehnsüchtigen Leser*innen. Aber daran bemerkt man vielleicht, dass meine grundlegende Beschäftigungsrate ein klitzekleines bisschen höher ist, wenn ich unterwegs bin, als während des normalen Alltags.

Freitag war mal wieder ein kompletter Reisetag, von Gilgil nach Kakamega, einer Stadt nördlich von Kisumu, welche an einen wunderschönen Regenwald grenzt. Umsteigestopps: Gilgil – Nakuru – Kisumu – Kakamega. Dort angekommen wurden wir wärmstens von dem Couchsurfer-host, den wir angeschrieben haben, empfangen, jedoch war es schon sehr spät Abends und seine Wohnung ungefähr eine Stunde entfernt. Seine Lösung verwirrt Jana und mich immer noch: Er hat uns ein Hotelzimmer bezahlt! Ohne Widerrede zuzulassen! Denkt euch was aus, warum, mir bleibt es nach wie vor schleierhaft.

Am nächsten Morgen haben wir uns ein Boda-Boda zu einem Dorf näher am Kakamega Forest gerufen und dort den Rest des Tages mit Waschen und Lesen verbracht, denn am Sonntag Morgen mussten wir ausgeruht sein.

Wir haben nämlich von den Kisumu Freiwilligen die Empfehlung bekommen, eine Sonnenaufgangstour zu machen. Verhältnismäßig echt billig und hellyeah! das lohnt sich!

3:30h aufstehen, 4:00h abgeholt werden, zwei Stunden laufen, auf nen Hügel mitten im Wald klettern und auf diese Aussicht warten:

Sonnenaufgang über dem Kakamega Forest

Danach hätte man natürlich auch wieder zur Unterkunft gehen und frühstücken können, aber das wäre ja zu einfach. Wir wollten unbedingt noch eine Tour durch den Wald selbst. Resultat: Frühstück erst um 11:30 (und damit grandiose acht Stunden nach dem Aufstehend; eine Packung Toast, Tee um halb eins), sehr viel frische Waldluft, wenn auch ein wenig feucht, schmerzende Beine und ein verdammt toller Vormittag, von dem hoffentlich gute Bilder übrig geblieben sind:

Ein Baum
Ein paar Bäume

Den Rest des Tages haben wir uns ausgeruht und bei der Familie, die uns über das Wochenende aufgenommen hat, im Haushalt geholfen. Ein absoluter Pluspunkt war die komplette Känguru-Triologie auf Deutsch. Wie geil!

Heute haben wir sehr spontan einen Zwischenstopp in einer Stadt gemacht, deren Namen ich mir nicht merken kann, wo eine Freundin von Jana ihren Freiwilligendienst macht. Das haben die beiden aber erst letzten Freitag voneinander erfahren.

Sie arbeitet mit noch rund 12 anderen Volunteers mit den Hauptamtlichen zusammen in einem christlich geprägten Waisenhaus für Kinder, welche von HIV/AIDS betroffen sind.

Das ganze ist fast eine eigene Community in sich, mit unabhängiger Stromversorgung durch Wasserturbinen, selbstgemachtem Brot, Warmwasserduschen und einer gigantischen Werkstatt. Die Leute sind auf jeden Fall super cool, und sehr offen. Ich habe an deren Fußballtraining mitgemacht (endlich wieder schwitzen), für eine Zeit deren Gitarre entführt und beim Abendessen mit einem anderen Freiwilligen über Religion diskutiert.

Ich hatte ein sehr schönes Wochenende, ich hoffe ihr ebenfalls, goodbye!

Naivasha, Hell’s Gate und Elmenteita

Das waren mal drei INTENSIVE Tage. Am Montag, nach einer überraschend kurzen Matatufahrt, sind Jana und ich in Naivasha angekommen.

Naivasha ist sowohl ein See, als auch die direkt daneben gelegene Stadt, ungefähr zwei Stunden westlich von Nairobi.

Unseren ersten Tag haben wir damit verbracht, auf eigene Faust zum See zu finden. Wir haben uns also durch die Straßen geschlagen und kamen an einen Teil des Ufers mit vielen Fischern, ohne feste Bebauung:

Lake Naivasha

Danach haben wir uns um unsere Unterkunft gekümmert und, nachdem Couchsurfer und Airbnb nichts ergeben haben, ein echt günstiges Hotel, wo man trotzdem nicht um sein Gepäck fürchten musste, gefunden (1 Raum/Nacht = 16€, auf zwei Leute aufgeteilt). Für den Abend haben wir uns in den Kopf gesetzt noch ein wenig die Umgebung zu erkunden und haben den Weg zu einem anderen Teil des Ufers eingeschlagen. Auf der Strecke sind wir irgendwie über verlassene Schienen und über einen:

Golfplatz! gelaufen, das war sehr skurril, da wir in keinster Weise damit gerechnet haben.

Am See haben wir einen guten Blick auf einige Pelikane erwischen können.

Für Dienstag hatten wir uns in den Kopf gesetzt, den Hell’s Gate National Park zu besuchen, und das war 1000000% Mal wert. Der Eintrittspreis kann sich als Non-Resident zwar sehen lassen, aber ist im Vergleich zu anderen Nationalparks echt erschwinglich. Der Hell’s Gate ist der einzige Nationalpark, in dem man mit dem Fahrrad fahren darf, also: Rauf auf den Sattel, gezwungenermaßen einen Guide genommen (Teuer, aber auch im Nachhinein jeden Shilling wert).

Ich habe wirklich viele Fotos gemacht, also hier einfach mal einige Impressionen:

Wir haben aus der Entfernung eine Büffelher Herde gesehen, das war unser erster Big Five in freier Wildbahn, abgesehen von der ersten Fahrt nach Taveta. Gab aber leider kein ordentliches Foto.

Und wir standen übrigens auf exakt den Felsen aus dem neuen König der Löwen Film (Siehe Titelbild dieses Eintrags).

Nach ca. vier Stunden im Park und 16km Fahrt haben wir festgestellt, dass wir noch den halben Tag vor uns haben, also haben wir die Fahrräder noch ein wenig mehr strapaziert und sind ungefähr 14km zum Lake Oloiden gefahren, einem kleinen See, westlich von Lake Naivasha. Die Sicht über den See und das Panorama auf der Fahrt war einfach nur großartig.

Nachdem wir die Fahrräder abgegeben und eine mäßig bequeme Matatufahrt überlebt hatten, haben wir es gerade noch geschafft, zu Abend zu essen, ein wenig Notizen zum Tag zu schreiben und sind dann erschöpft ins Bett gefallen.


Mittwoch war zwar anders, jedoch nicht weniger intensiv. Wir haben früh aus dem Hotel ausgecheckt, um uns auf dem Weg zur nächsten Unterkunft zu machen. Diesmal haben wir es geschafft, Couchsurfer richtig zu benutzen und das war wirklich eine grandiose Erfahrung!

Unsere beiden Hosts, John und Patrick, haben stundenlang mit uns geredet und konnten uns so ziemlich alles rund um Naivasha erklären. John arbeitet als privater Tourguide, hatte also unglaublich viele Geheimtipps und Infos über die Gegend parat und wir sind am Nachmittag auf einen Hügel mit genialer Aussicht spaziert.

Patrick auf der anderen Seite hat jahrelang in einer organisatorischen Rolle in einer Rosenfarm in Nakuru (westlich von Naivasha) gearbeitet und hat uns wahnsinnig viel über die Prozesse dahinter erzählt, aber auch etwas über die Arbeitsbedingungen dort eröffnet. Wie würdet ihr 1,80€ Tageslohn finden?

Warum hat uns das so wahnsinnig interessiert? In diesen Rosenfarmen:

um Naivasha werden 80% aller deutschen Rosen angebaut. Vier von fünf Rosen in deutschen Märkten kommen von genau einem Ort!

Wir haben zusammen gekocht und verdammt gute Musik gehört, Karten gespielt und ein Tusker Lager (Jana einen Cider) probiert. Sagt’s bloß nicht weiter!

Am Donnerstag morgen haben Jana und ich Pancakes gebacken, um uns wenigstens ein kleines bisschen für die gigantische Gastfreundlichkeit zu bedanken, dann hieß es auf Wiedersehen sagen und auf zum nächsten Stopp: Gilgil am See Elementaita/Elmenteita.

Da haben wir uns heute eine pleistozänische Ausgrabungsstätte mit Werkzeugen des Homo Erectus angesehen. Das klingt jetzt leider spannender, als es tatsächlich war, denn der Resident, der uns durch die Gegend geführt hat, war die reinste Schlaftablette und konnte sich die Daten selbst nicht merken. Wir haben trotzdem (Dank ein paar Infotafeln) etwas dazugelernt.

Im Anschluss an diese Semiflaute sind wir an das Ufer des Elementaitas spaziert, welcher berühmt für seine Flamingopopulation ist. Das war wirklich malerisch! Der anbrechende Sonnenuntergang, welcher die Wolken tiefrot erleuchtet, die weite, schimmernde Spiegelfläche des Sees, eingerahmt von sattgrünen Hügeln und in all dem tausende weiß/pinke Vögel, die ab und an in Schwärmen aufsteigen oder landen.

Hab die Bildunterschriften heute mal sein gelassen, ich hoffe, das wird mir nicht verübelt.

Ich verabschiede mich erneut, genauso wie von meinem Datenvolumen, dass ich für die ganzen Bilder weghaue.

Bye Bye!

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